20. September 2017

Love Like Blood Blogtour - Wer ist Tom Thorne?



Herzlich Willkommen zur Blogtour zu Mark Billinghams neustem Werk "Love like Blood". In Tom Thornes 14. Fall beschäftigt sich der Ermittler mit Ehrenmorden und Liebe, die bis in den Tod führt. Meine Meinung zum Buch selbst findet Ihr hier

(Mehr Informationen zum Buch findet Ihr hier)


Jeden Tag verraten wir Euch Hintergründe zu diesem Krimi. Genaueres erfahrt Ihr im Tourfahrplan  Und wer die Tour genau verfolgt, kann am Ende mit etwas Glück sogar was gewinnen!

Ich beschäftige mich heute mit Detective Inspector Tom Thorne. Wer ist er? Was macht ihn erfolgreich? Und vor allem: Muss er sympathisch sein um Erfolg zu haben?

Tom Thorne ist Ermittler durch und durch. Wenn er an einem Fall dran ist, dann bekommt der gestandene Polizist einen Tunnelblick. Aber, und das hat mich begeistert, er vergisst darüber weder seine Lebensgefährtin, die selbst bei der Polizei ist, noch seinen Ziehsohn, der ihn mit seinen 3 Jahren ganz schön auf Trab hält. 

Thorne gehört zu der Sorte "Rede nicht, handle". Er wirkt sehr ruhig und nachdenklich. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Der Detective geht seinen eigenen Weg, dehnt Vorschriften, verscherzt es sich aber nicht mit seinen Vorgesetzten. Das macht ihn in meinen Augen sympathisch und vor allem anders. Er will nicht mit dem Kopf durch die Wand, weiß aber genau, wie er sich ein Loch in eben jene Wand bohrt, ohne dass er damit unangenehm aneckt.  Und damit hat er großen Erfolg. Kaum einer seiner Fälle bleibt ungelöst, er ist landesweit bekannt und wird zu schwierigen Fällen hinzugezogen.

Sein geistiger Vater Mark Billingham sagt auf seiner Homepage , dass er Tom Thorne nie als starren Charakter anlegen wollte. Mit jedem neuen Fall zeigt er eine neue Seite an seinem Ermittler. Der Autor legt weder Wert auf eine starre Biographie noch eine aufgebauschte Vergangenheit. Und das gefällt mir außerordentlich gut. Denn so kann sich die Figur Tom Thorne entwickeln.

Wer sich nun denkt "ja, aber wie sieht denn der Londoner Polizist aus?", dem empfehle ich einen Blick in folgendes Video:



Die Szenen stammen aus den Verfilmungen seiner ersten Fälle "Der Kuss des Sandmanns" und "Die Tränen des Mörders". 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tom Thorne ein erfolgreicher, aber ruhiger Ermittler ist, der genau weiß, wie weit er gehen kann und sich ungern in die Karten schauen lässt. Mir gefällt er!



Gewinne
Gewinnt 3x je ein Buch “Love Like Blood” von Mark Billingham in Print. Dazu müsst Ihr nur jeden Tag eine Frage der Tour beantworten und schon bekommt Ihr pro Frage ein Los. Ihr könnt so mit bis zu 5 Losen in den Topf hüpfen. Das Gewinnspiel läuft bis zum 24.09.2017.

Meine Frage an Euch: auf welche Art Ermittler steht Ihr mehr? Der ruhige Typ wie Tom Thorne oder lieber jemanden, der für die Gerechtigkeit kämpft, egal was Vorschriften, Chefs und Behörden sagen?

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden .


Ich freue mich auf Eure Antworten! Und schaut morgen bei Eva von Bücherfanseite vorbei!

16. September 2017

Deutsch! Stolz! Dumm?









Titel: Angst sollt ihr haben
Autor: Manfred Theisen
Seiten: 192
Verlag: cbt
ISBN: 978-3570311547








Felix' Welt ist recht einfach: Deutsch, weiß, arisch, stolz! Wer nicht in sein Weltbild passt, muss gehen, notfalls mit Gewalt. Denn Felix kennt keine Gnade. Seine Mutter steht ihm machtlos gegenüber, bis ihr neuer Lebensgefährte Erik sich ihm annimmt. Erik ist Mitglied bei den "Vereinigten Patrioten" und Felix merkt schnell, dass er mit seiner Weltsicht viel erreichen könnte...

"Angst sollt ihr haben" ist mein erster Roman von Manfred Theisen und hat mir gut gefallen. Der Autor nimmt sich dem Thema "Jugend und Rechtsextremismus" an und setzt das Ganze überzeugend um. Allerdings hätte ich mir mehr Hintergründe zu Felix und seinem Werdegang gewünscht. Denn so wurde ich zwar mit dem Hass, aber nicht mit dem Warum konfrontiert.

Die Geschichte wird von Felix selbst erzählt. Der 18-Jährige sitzt zu diesem Zeitpunkt im Gefängnis und sieht das Schreiben als Katharsis an. Er hat das Bedürfnis aufzuschreiben, wie es zu seiner Haftstrafe kam und ich lernte einen verbitterten, gewalttätigen, aber auch intelligenten jungen Mann kennen. Diese überzeugende Erzählweise hat mich von Beginn an gefangen genommen und so manches Mal habe ich vor Entsetzen über die Abgebrühtheit des Jungen den Atem angehalten.

Felix ist beileibe kein Dummkopf. Gegenüber Gleichgesinnten vertritt er seine Meinung verbal eloquent. Bei seinen Kameraden wird er körperlich, gegenüber seinen Opfern eiskalt und im höchsten Maße gewalttätig. Dabei zeigte sich in verschiedenen Szenen, wie vielschichtig der Charakter ist. Manfred Theisen schafft es, dass man die Denkweise eines rechtsextremen Jugendlichen nachvollziehen kann, ohne ihn direkt als plump, dumm und eindimensional darzustellen. Das hat mir sehr gut gefallen. Denn nur so wurde der Schrecken dieser menschenverachtenden Denkweise offensichtlich.

Leider versäumt es der Autor, dem Leser über die Hintergründe von Felix und seinen Weg in den Strudel des Hasses aufzuklären. Felix ist rechts, Punkt! Das war mir persönlich zu wenig. Ich hätte gern mehr darüber erfahren, wann und wo der Junge das erste Mal mit diesem Gedankengut in Kontakt gekommen ist, warum seine Mutter nicht mehr dagegen ankämpft und wie Felix immer tiefer in den braunen Sumpf abgesunken ist. Das alles lässt Manfred Theisen offen. Schade!

Der Stil ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die Erzählweise ist knallhart, ehrlich und passt sehr gut zu einem Jugendlichen, dessen Alltag aus Gewalt und Hass besteht.

Fazit: Ein bemerkenswertes Buch zum Thema Rechtsextremismus. Mehr Hintergründe hätten es zu einem genialen Roman werden lassen. Dennoch kann ich es empfehlen.



Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet Ihr hier


14. September 2017

Eine Liebe, die zum Tode führt








Titel:
 Love like blood
Autor: Mark Billingham
Reihe: Tom Thorne
Band: 14
Übersetzer: Peter Torberg
Seiten: 432
Verlag: Atrium
ISBN: 978-3855350209






In London wird eine Frau in ihrem eigenen Haus überfallen, mit Säure überschüttet und brutal ermordet. Ihre Lebenspartnerin Nicola Tanner vermutet, dass der Angriff ihr selbst und nicht ihrer großen Liebe galt. Sie bittet Detective Tom Thorne um Unterstützung. Dieser ist nicht sonderlich begeistert, muss aber schnell feststellen, dass hinter dem Mord mehr steckt als Hass auf Polizisten...

"Love like blood" ist bereits der 14. Fall für Detective Tom Thorne aus der Feder von Mark Billingham und hat mich gut unterhalten. Ich kannte bisher nur "Die Lüge der Anderen" und war gespannt, ob der Autor mich auch mit einem Krimi überzeugen kann. 

Obwohl es der 14. Fall ist, fand ich mich bei der Lektüre schnell zurecht. Vorwissen ist also nicht zwingend notwendig, auch wenn ich beim Lesen merkte, dass mir die Bedeutung mancher Anspielung verborgen blieb. Dies war aber für das Verständnis der Geschehnisse nicht dramatisch.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man kapitelweise dem Ermittler Tom Thorne, der beurlaubten Polizistin Nicola Tanner sowie den späteren Opfern. Auch der Täter kommt immer mal wieder zu Wort. Diese Mischung hat mich sehr angesprochen, da die Geschehnisse so aus verschiedenen Perspektiven erlebbar wurden.

Detective Tom Thorne ist für mich typisch britisch: Ruhig, eigenwillig und gegenüber Vorschriften tolerant eingestellt. Dabei ist er, anders als seine amerikanischen Kollegen aus anderen Krimis/Thrillern, nicht auf Krawall aus, sondern sucht sich seine Schleichwege, um nicht mit dem System in Konflikt zu geraten. Erfrischend fand ich dabei, dass der Detective es sich dabei nicht mit seinen Vorgesetzten verscherzt hat, sondern sich auf ein "Du siehst mich nicht, ich sehe dich nicht" - Agreement mit ihm geeinigt hat. Klasse.

Auch die anderen Figuren waren für mich voller Leben, wenn auch nicht immer sympathisch. Das ist für mich allerdings auch keine Voraussetzung. Denn ich konnte die Handlungen jederzeit nachvollziehen und fühlte so mit den Figuren. 

Die Geschichte an sich fesselt durch ihre ruhige und gewissenhafte Art und Weise. Die Ermittlungen starten nicht mit einem großen Knall, sondern entwickeln sich wie ein Puzzle. Je mehr Teile bekannt werden, desto klarer wird das Ausmaß und desto mehr konnte ich auch die Motive von Nicola Tanner verstehen, die sich geradezu in den Fall verbissen hat. 

Mark Billingham packt mit dem sensiblen Thema "Ehrenmorde" ein heißes Eisen an. Denn gerade in Zeiten von Abschottung und wachsendem Fremdenhass sind Morde innerhalb einer muslimischen Familie zum Schutz der Ehre mit Vorsicht zu genießen. In meinen Augen löst der Autor dies jedoch verantwortungsvoll und mit dem Blick auf die nackte Realität, ohne dass er dabei übertreibt oder negiert. Das fand ich großartig.

Das Finale passt zum gesamten Buch und wird logisch herbei geführt. Das habe ich in der Vergangenheit oft vermisst und war hier sehr begeistert.

Der Stil von Mark Billingham ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise lebt von leisen Zwischentönen, klaren Strukturen und dem ein oder anderen Überraschungsmoment. Toll!

Fazit: Wenn Liebe Blut fließen lässt, muss Thorne ran. Ich kann den Roman allen England-Fans sehr empfehlen.



Neugierig geworden? Eine Leserprobe findet Ihr hier