23. Februar 2018

Fremdgebloggt - Das Reich der sieben Höfe 2



Titel: Das Reich der sieben Höfe - Flammen und Finsternis
Originaltitel: A Court of Mist and Fury 
Autor/in: Sarah J. Maas
Verlag: dtv 
ISBN: 978-3-423-76182-6
Format: Hardcover
Seiten: 720 Seiten 
Preis: 19,95 € (Hardcover) / 14,99 € (E-Book)
ET: 2017-08
Genre: Jugendroman (ab 14 Jahren)

Buchinfo/Klappentext:
Feyre hat überlebt. Sie hat Amarantha, die grausame Fae-Königin, besiegt und ist mit Tamlin an den Frühlingshof zurückgekehrt. Doch das scheinbar glückliche Ende täuscht. Tamlin verändert sich immer mehr und nimmt ihr allen Freiraum. Feyre hat Albträume, denn sie kann die schrecklichen Dinge nicht vergessen, die sie tun musste, um Tamlin zu retten. Und sie ist einen riskanten Handel mit Rhys eingegangen und muss nun jeden Monat eine Woche an seinem gefürchteten Hof der Nacht verbringen. Dort wird sie immer tiefer in ein Netz aus Intrigen, Machtspielen und ungezügelter Leidenschaft gezogen. (Quelle: dtv)

Cover:
Den Umschlag von diesem zweiten Band finde ich sogar noch ansprechender als den vom ersten Band, was nicht zuletzt an den Schmetterlingen liegt.

Meinung: 
Nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, stand ja meine Meinung über die Charaktere fest. Ich ahnte zwar, dass sich noch mehr hinter Rhys verbirgt, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass es so weitergeht.
Dieser zweite Band schließt nahtlos an den ersten an. Feyre ist von den Ereignissen geprägt, die sie im Trilogie-Auftrakt durchleben musste. Ich empfand sie schon immer als starken Charakter, aber dennoch ist ihr Wandel enorm. Diese Veränderung hat die Autorin wirklich sehr gut beschrieben. Insgesamt bekommen die Protagonisten mehr Tiefe je weiter die Geschichte voranschreitet.
Dem Leser werden neue Settings präsentiert und egal ob es helle oder düstere Orte sind, alle werden sehr detailliert und atmosphärisch beschrieben. Durch meinen Kopf fegten eine Menge bunter, aber auch dunkler Bilder.
Die Spannung ist auf mehrere Arten kaum auszuhalten, nicht nur was bevorstehende Kämpfe betrifft. Auch auf zwischenmenschlicher Ebene knistert es gewaltig. Besonders zum Schluss hin fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ach ja, Taschentücher hätte ich auch gut brauchen können.

Fazit: 
Aus meiner Sicht hat Band 2 sogar Band 1 noch übertroffen, von daher bin ich sehr gespannt, was uns im dritten Teil noch alles erwartet.
Dieser Fantasyroman hat mich begeistert, weil irgendwie alles passt. Charaktere, die man entweder liebt oder hasst, Action, Spannung und sogar eine Prise Erotik machen das Ganze zu einem gelungenen Leseabenteuer.





21. Februar 2018

Klopft ein Känguru an deine Tür







Titel: Die Känguru - Chroniken
Autor: Marc-Uwe Kling
Reihe: Känguru-Chroniken
Band: 1
Verlag: Ullstein
Seiten: 265
ISBN: 978-3548372570








Als Marc-Uwe eines Tages seine Wohnungstür öffnet und einem Känguru gegenübersteht, hätte er nicht gedacht, dass er kurze Zeit später mit eben jenem Känguru zusammen wohnt, dem Kapitalismus abschwört und sich mit dem im Vietcong arg gebeutelten Beuteltier auf philosophischer Ebene duellieren muss. Was nicht mal als Freundschaft begann, entwickelt sich zu einer WG in schönster Marx-Manier. Aber mit Schnapspralinen!

"Die Känguru-Chroniken" stand lange Zeit ungelesen in meinem Regal. Nachdem "Qualityland" von Marc-Uwe Kling 2017 mein Jahreshighlight war, wollte ich unbedingt wissen, ob er den Humor schon immer besaß.

In seinem Erstlingswerk merkt man dem Autor noch deutlich sein Poetry-Slam-Leben an. Die Kapitel sind kurz, radikal und stehen nur sehr lose im Zusammenhang. Doch sie haben alle eins gemeinsam: Das Känguru ist auf Krawall gebürstet. Doch dabei geht es nicht stumpf vor, sondern bringt seinen Mitbewohner Marc-Uwe durch Diskussionen, philosophische Diskurse oder durch schlichtes Nerven dazu, das zu tun, was es will. Und so finden sich die beiden auf Nazi-Demos, im Ausland oder im Clinche mit der Polizei wieder. Wenn sie nicht gerade ein Detektiv-Büro gründen.

So kann ich nicht mal sagen, ob das Werk spannend ist. Unterhaltsam ist es auf jeden Fall. Man muss sich allerdings auf den Humor und das Känguru einlassen können. Ich persönlich habe einfach Abschied von der Realität genommen und es als gegeben angesehen, dass ein Künstler mit einem Känguru durch die Hauptstadt zieht. Dit is Berlin!

Hinter all dem Humor verbirgt sich so manche Gesellschaftskritik und das Känguru spricht gern mal Gedanken aus, die mich als Leser noch nach der Lektüre beschäftigt haben.

Fazit: Ein Känguru erobert Berlin. Wer schrägen Humor mag, sollte hier unbedingt zugreifen!



Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet Ihr hier

19. Februar 2018

Wütend? Ja! Aber nicht auf den Wolf








Titel: Wolfswut
Autor: Andreas Gößling
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 528
ISBN: 978-3426521328









Lange habe ich überlegt, ob ich zu diesem True-Crime-Thriller eine Rezension verfasse. Im Normalfall erhält jedes Buch mindestens 100 Seiten Zeit, bevor ich entscheide, ob ich es zur Seite lege oder weiter lese. Bei "Wolfswut" von Andreas Gößling gab ich bereits nach knapp 40 Seiten auf. Und das lag nicht am Thema, sondern am geballten Nonsens, der mir entgegen schlug.

Der Autor hat bereits mit dem Rechtsmediziner Michael Tzokos eine True-Crime-Reihe verfasst. Diese ist mir bekannt, allerdings habe ich nach dem ersten Band die Reihe nicht weiterverfolgt. Mit diesem Roman erinnert mich Andreas Gößling daran, warum das so war.

Der Einstieg gelingt ihm recht gut, auch wenn ich von Beginn an das Gefühl hatte, eher einen Schulaufsatz denn einen Thriller zu lesen. Das mag aber auch daran liegen, dass Gößling sich einem echten Verbrechen und keinem fiktiven, die meinen Thrillern normalerweise zugrunde liegen, gewidmet hat. Doch bereits im zweiten Kapitel rollte ich das erste Mal mit den Augen. Denn dort erfährt der geneigte Leser en detail, wie es die später ermittelnde Beamtin Hallstein es mit ihren Bumsbekanntschaften hält. Interessant? Vielleicht. Für den Thriller wichtig? Kein Stück. Meine persönliche Abneigung gegen derlei unwichtige Details kann ich dem Autor nicht vorwerfen.

Aber ich kann ihm anlasten, dass er medizinische Absurditäten eingebaut hat. So erkennt der Gerichtsmediziner am Tatort anhand eines Blickes auf den Oberarm, der in einem Formalin gefüllten Fass schwimmt, dass das Opfer karibische Merkmale aufweist. Chapeau! Diese Szene habe ich mit befreundeten Ärzten besprochen und die Reaktion war einheitlich: Schallendes Gelächter. Dass der Gerichtsmediziner dann auch mit wenigen Blicken erkennt, welche Leichenteile genau in welchen Fässern sind, entlockte mir nur noch ein Schmunzeln. Ich kann mir gut vorstellen, dass Andreas Gößling frühzeitig wichtige Informationen zu den Opfern einbauen wollte. Es ist ihm nicht glaubhaft gelungen.

Hinzu kommt, dass die ermittelnde Beamtin Hallstein eher wie ein Teenager agiert denn wie eine erwachsene verantwortungsvolle Person. Verdächtige und Kollegen werden hämisch beschrieben, Äußerlichkeiten mit spitzer Zunge kommentiert, ihre eigene Person glorifiziert. Unsympathisch auf ganzer Linie.

Diese Punkte führten dazu, dass mich die Geschichte überhaupt nicht mehr interessierte und ich das Buch mit einem wütenden Knall auf den Wohnzimmertisch schlug.

Fazit: True-Crime? Ohne mich. Da bleibe ich bei unechten Fällen mit realitätsnahen Beschreibungen.




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