4. Dezember 2017

WARUM? - selbstgewählte Schlichtheit



Jeden ersten Montag im Monat befasse ich mich mit einer Frage, die mich im Bücherversum umtreibt. Sei es zu Figuren, Handlungen, Gestaltungen oder Trends in der Literaturwelt, sobald mir eine Frage durch den Kopf geht, befasse ich mich damit.

Vorsicht: Diese Rubrik gibt einzig meine persönliche Meinung wieder. Aber es darf gern darüber diskutiert werden.


Entdeckt die Buchbranche eine Geschichte, die funktioniert, wird diese bis zum Erbrechen reproduziert und verlegt. Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist "50 Shades of Grey". Die Reihe war und ist ein Bestseller, in deren Sog der Markt von Erotik-BDSM-Büchern überschwemmt wurde. Ähnliches lässt sich bei Thrillern mit grausamen Serienkillern und deren hübschen Opfern beobachten. Bemerkenswert ist vor allem eins: Der Stil der Bücher wird immer einfacher, schlichter und gefühlt dümmlicher. Und es funktioniert! Warum gieren die Leser nach einfachen Plots mit simpler Sprache? Warum hat der x-te Serienkiller-blonde-Opfer-Thriller Erfolg, während kluge, mehrschichtige Romane in den Regalen wie Blei liegen bleiben?

Zunächst: Mir ist bewusst, dass Vielleser in Deutschland nur einen geringen Teil der Leserschaft ausmachen. Der Großteil der lesenden Bevölkerung gönnt sich Bücher für den Urlaub, für vergnügliche Stunden oder als Klolektüre. Daher kann ich es nachvollziehen, wenn mir als Mensch, der gut 100 Bücher im Jahr liest, gewisse Schemata schneller auffallen beziehungsweise auch schneller auf die Nerven gehen.

Ich bin Mitglied in mehreren Büchergruppen bei Facebook, folge Buchliebhabern auf Instagram und Twitter und lese den ein oder anderen Blog. Die dort vorgestellten Romane, seien es nun Thriller, Fantasy oder Jugendbücher, machen mich gern mal neugierig. Meist genügt mir aber schon ein Blick auf den Klappentext oder die Kurzbeschreibung, um zu merken, dass die vorgestellten Werke nach einer Schablone geschrieben sind und beworben werden. Während andere vor Begeisterung ausflippen, klicke ich entnervt weg. Immer öfter bemerke ich, dass es die schlichten, geradlinigen Romane ohne Überraschung sind, die das Herz der Leser höher schlagen lassen.

Sind wir keine Aufregung mehr gewohnt? Wollen wir selbst beim Lesen alles in geordneten Bahnen wissen? Oder ist unsere Aufmerksamkeitsspanne durch die Dauerpräsenz des Internets, Streamens und Erreichbarseins so kurz geworden, dass wir komplexen Geschichten nicht mehr folgen können?

Ich selbst bemerke gerade den letzten Punkt häufig in Büchergruppen. Dort wird ein Buch gezeigt und anstatt sich 2 Minuten aus der Gruppe auszuklinken um bei Google, Amazon oder sonstwo nach dem Klappentext zu schauen, wird darum gebeten, die Rückseite zu posten. Auf diese Such"faulheit" angesprochen, reagieren die Fragensteller meist pikiert oder zickig und man selbst wird mit "dann lies doch drüber" zum Schweigen verurteilt.

Was begeistert den Gelegenheitsleser so an schlichten Werken? Ist es die Einfachheit, mit der man solch ein Buch im Urlaub mal lesen kann? Möchte man beim Lesen nicht auch noch mitdenken wollen, da der Tag eh schon anstrengend genug war? Oder haben wir einfach keine Lust mehr, Energie in etwas zu investieren, was uns das World Wide Web auf dem Silbertablett präsentieren könnte?

Ich möchte beim Lesen gefordert werden. Ich möchte mit dem Ermittler dem Täter auf die Spur kommen und nicht schon auf Seite 50 wissen, wer wann wie wo geschnappt wird und welche "überraschende" Wendung es noch gibt. Ich willl nicht mehr die 143. Ausgabe von Grey auf dem Büchertisch sehen. Ich wünsche mir, dass die Verlage ihren Lesern neue Ideen schmackhaft machen. Warum wird ein Pferd auch noch geritten, wenn es bereits tot und verwest ist? Warum nutzt man nicht den ungestümen Mustang, der im Stall auf seinen Start wartet?

Liebe Leser, lasst Euch nicht mit Schlichtheit einlullen. Es gibt so viele großartige Romane, die Hirn erfordern. Versucht es und Ihr werdet Welten entdecken, die Ihr Euch vorher nie vorstellen konntet.


Kommentare:

  1. Ich kann Deine Beobachtung komplett bestätigen.

    Da wird online nach Dingen gefragt, die man sich selbst ergoogeln könnte und man merkt oft, dass über viele Dinge einfach nicht nachgedacht wird, selbst wenn die Bücher dazu angelegt sind, einen zu provozieren oder zum Nachdenken anzuregen. Viele Leser können nur sagen, dass ihnen ein Buch gefallen hat, wissen aber gar nicht genau, warum und was genau. Das bewusste Hinsehen und Analysieren lernt man natürlich schon eher, wenn man darüber bloggen oder sich in Buchgruppen darüber austauschen will. Wobei ich auch da die Erfahrung gemacht habe, dass viele lieber die Analysen anderer konsumieren als sich selbst Gedanken zu machen.

    Es ist ja nicht nur so, dass einem das Schema F gar nicht auffällt, wenn man wenig liest, sondern es wird ja geradezu damit geworben, dass eine Neuerscheinung ähnlich ist wie XY, indem darauf Bezug genommen wird oder ein ganz ähnliches Cover / Titel verwendet wird. Das macht es leicht zu erkennen, was man bekommt und man ist sicher vor Überraschungen.

    Über die Gründe dafür kann ich nur spekulieren. Wahrscheinlich ist es so wie beim Fernsehprogramm, das viele nur anschalten, um sich nach einem harten und fordernden Arbeitstag berieseln zu lassen. Da ist jede geistige Anstrengung zu viel, weil die Kinder, der Job, die Pflege der Oma etc. einen schon so geschafft haben, dass alles andere als zu anstrengend empfunden wird. Und die immer kürzer werdende Aufmerksamkeitsspanne hilft da natürlich auch noch dazu :-(

    Mir geht es eigentlich genau andersrum. Denn nach einem stressigen Arbeitstag entspanne ich dabei, auf Mörderjagd zu gehen und mitzurätseln, und wenn es komplex wird, katapultiert es mich nur umso mehr aus dem Alltag. Ich habe auch immer mal "Krimi-Fast-Food" dabei, aber wenn ich nach drei Tagen schon das meiste der Handlung vergessen habe, bekomme ich das Gefühl, dass ich mir die Lesezeit auch hätte sparen können. Und je ungewöhnlicher und überraschender (und manchmal auch experimenteller) ein Buch ist, desto mehr macht es mir Spaß. Da ist natürlich auch mal ein Fehlgriff dabei, aber auch der ist oft lehrreicher und obwohl man sich darüber ärgert, bedeutet auch das für mich Entspannung und Loslassen vom Alltag.

    Deshalb schließe ich mich Deinem Appell, von den einfach gestrickten Büchern nach Schema F wegzugehen und mehr zu wagen, voll und ganz an!

    LG Gabi

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  2. Liebe Gabi,

    Ich danke dir für dein ausführlichen Kommentar. So sehe ich es auch. Mein Job ist anstrengend, da möchte ich am Abend Ablenkung, die mich reizt und nicht einschläfert.
    Lg Denise

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  3. Das ist ja nicht nur bei Büchern so, denk mal dran wie sich die Leute beim Kochen und Backen verhalten. "Ohweh, in diesem superneuen Schokoladenkuchenrezept steht 3 Eier größe L, aber im Supermarkt gabs nur M, das kann ich so gar nicht backen".
    Ich hab das Gefühl je moderner unsere Welt wird desto unselbständiger werden die Menschen und geben sich mit dem zufrieden, was ihnen vorgesetzt wird. In erster Linie sollen Bücher unterhalten und auch wenn man Stress hat will man doch nicht immer die gleiche Art von Abendunterhaltung haben. Denke ich mir so.

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    1. Hi Maraike,

      diese Unselbstständigkeit ist mir auch schon aufgefallen. Man bekommt eben alles auf dem Silbertablett serviert. Ich merke es ab und an in der Arbeitswelt. "Es steht nicht in der Anweisung, also mache ich es nicht" Herrgott, bitte denke doch mit!

      LG
      Denise

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  4. War das jemals anders? Ich fürchte, dass viele Leute intellektuell nicht in der Lage sind, komplexe Geschichten zu verstehen. Früher haben sie Groschenhefte gelesen (nichts gegen Heftromane, aber die Lesekompetenz fördern sie sicher nicht), weil es auf diesem Niveau keine Bücher gab. Man darf aber nicht vergessen, dass schlichte Lektüre besser ist als wenn die Leute gar nicht lesen, und wenn sie in diesen Büchern Ablenkung und Erholung finden, freue ich mich für sie. Ich kann mit dieser Art von Literatur auch wenig anfangen (liebe aber gut gemachte Genreliteratur). Diese einfachen Unterhaltungsromane, die sich in großen Mengen verkaufen, dienen zudem der Querfinanzierung schlechter verkäuflicher Werke. Daher gibt es zum Glück genug Bücher, die sowohl unterhalten als auch intellektuell zufriedenstellen. So findet jeder die passende Lektüre.

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    1. Hi Mascha,

      das finde ich eine interessante Sichtweise. Diese Querfinanzierung findet meines Erachtens aber immer weniger statt. Erst vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass ein gut angelegter Histo-Krimi keine Fortsetzung beim Verlag finden wird. Auf der anderen Seite werden wir mit dem x-ten Teil von Fifty Shades zugeschmissen.

      LG
      Denise

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  5. Hey :)

    Ich hab mich grad dank Mikkas neuer Kreuzfahrt zu dir "verirrt" ;). Und ich kann auch nicht anders, als deine Beobachtungen zu bestätigen.

    Um mal mit den Verlagen anzufangen: Neu ist das "Konzept" nicht, mir ist es das erste Mal aufgefallen, als damals Dan Brown mit "Sakrileg" so einen durchschlagenden Erfolg hatte ...

    Man konnte damals gar nicht so schnell schauen, wie auf einmal alle Verlage ähnlich gestrickte Geschichten auf den Markt geworfen haben, die in Summe bis auf wenige Ausnahmen alle nicht an das Original herangekommen sind. Ich erinnere mich, dass mich damals so geärgert hat, dass ich eine sehr ausgedehnte Leseflaute gefallen bin (die erst vor drei Jahren geendet hat).

    Aber es hat mich einfach so geärgert, dass gefühlt nur noch Nachgeschriebenes erscheint (Ein Teil von mir wollte jetzt doch das Wort "Müll" verwenden, aber das wäre nicht fair), dass ich gar nicht mehr lesen wollte.

    Ich habe lange gebraucht, um wieder dorthin zurückzufinden, dass ich gerne lese. Trotzdem suche ich heute meine Bücher deutlich vorsichtiger aus als früher, mache auch mal um gehypte Bücher einen Bogen, wenn sie mich so gar nicht ansprechen.

    Ich gehe aber auch davon aus, dass einem als junger Leser noch nicht so bewusst ist, dass es manche Geschichten in irgendeiner Form schon mal gegeben hat. Da werden Dinge bejubelt, wo ich mir denke, Moment mal, das hatten wir doch schon ... Aber je mehr man liest, desto mehr merkt man das.

    Was das Berieseln angeht: Ja klar, warum nicht? Auch bei mir gibt es Tage, wo ich das möchte. Es gibt aber auch Tage, wo ich es nicht möchte. Und das Schöne ist, dass einem Bücher das alles geben können, da ist die Vielfalt im Vergleich zum TV unendlich groß.

    Du hast aber sicher auch recht, wenn du sagst, dass wir Vielleser uns nicht mit der Masse vergleichen sollten. Wir haben einfach einen anderen Zugang zu Büchern als andere, die vielleicht nur in den Ferien, im Urlaub oder so lesen. Der Lovelybooks Leserpreis hat es ja wieder deutlich gezeigt, wie die Leserschaft gestrickt ist ...

    So, und jetzt beende ich diesen Roman-Kommentar und sage liebe Grüße am Nikolaustag!
    Ascari

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    1. Hi Ascari,

      wow, danke für deinen langen Kommentar :) Das mit den jungen Lesern kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Wenn ich so in mein Bücherregal schaue, entdecke ich Werke, die ich vor Jahren irre gern gelesen habe, die mir aber heute keinen Spaß mehr machen würden. Diese Entwicklung macht wohl fast jeder durch :)
      LG
      Denise

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  6. Hallo,

    auch ich kann mich Dir nur anschließen und es ist schön, dass es mal jemand sagt. Ich sitze oft da und seuftze vor mich hin. ;)Und noch mehr, seit ich im Freundeskreis mitbekomme, wie die einfache Liebesgeschichte *mit* (Bedingung) Happy End scharenweiße gelesen wird.
    Ich denke da immer an die Aufklärung von Kant. Man muss dem Menschen das Denken lehren. Aber wo wird das heute noch gemacht? Nur weil man Abitur hat, heißt das noch lange nicht, dass man in der Lage ist, Dinge zu hinterfragen und kritisch zu sein. Es hat doch niemand mehr Interesse daran, dass Menschen kritisch sind. Und ja, ich denke, das war schon mal anders. In den 80ziger und 90zigern ist man noch auf die Straße gegangen, wenn einen was gestunken hat. Heute ist das mit einem Klick bei Change.org erledigt und kein Mensch bekommt es mit.

    Bei Deinem Beispiel "Kannst du mal den Klappentext abschreiben" musste ich lachen. Ich schüttel oft den Kopf, dass die Leute nicht selber googlen. Ich kann mir vorstellen, dass durch das vertraute Geplauder in den sozialen Netzwerken, wo jeder scheinbar für alles Zeit hat, es so wahrgenommen wird, als säße man tatsächlich zusammen im Wohnzimmer und fragt den anderen, ob er es denn nicht mal genauer erzählen kann.

    Aber ich glaube nicht, dass man daran was ändern kann. Man kann sich nur Leute suchen, die es ähnlich sehen und handhaben wie man selbst und die anderen, die man als Energieschleuder erlebt, links liegen lässt.
    Ich bin auch kaum noch auf FB oder in anderen Foren, weil mich das echt so viel Kraft gekostet hat.

    Liebe Grüße
    Petrissa

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    1. Hi Petrissa,

      das Denken lehren. Oh ja. Das beginnt ja schon sehr sehr früh.
      Gleichgesinnte suchen ist eine tolle Idee. Ich tue mich da sogar etwas schwer, weil ich ab und an das Gefühl habe, ich verlange Unmögliches, nur weil ich eben nicht den "Millionär liebt Dienstmädchen" Roman lesen will ;)

      LG
      Denise

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  7. Hey,

    ein toller Beitrag.

    Ich würde mich mal dezent als Vielleser bezeichnen, der auch noch viele unterschiedliche Genre liest.

    Dabei muss ich aber sagen, da sich sehr viele Bücher lese die schon ein paar Jahre auf dem Buchrücken haben und nicht jedem neuen Trendbuch hinterher renne.

    Gerade bei Krimis ist mir auch schon sehr oft aufgefallen, wie gelangweilt ich am Ende eine Geschichte las, da bereits zu früh bekannt wurde wer es war. Zu gerne halte ich mich da an Agatha Christie, da mich ihre Geschichten immer überraschten.

    Sätze wie " Wo finde ich das?" sind mir auch zu wider, aber es kommt auf die Situation an.

    Ich bin sehr glücklich damit ein neugieriger Mensch zu sein, der gerne auch mal vom Rezept abweicht um sein eigenes Ding zu machen.

    Zu Facebook kann ich nur sagen, das mir in den Gruppen zuviel Werbung von Autoren herumschwirrt. Ich konnte mir das eine Weile ansehen, aber nach einer Weile störte es mich erheblich. Leider.

    Schönen Nikolaus dir

    Anja :-)

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    1. Hi Anja,

      danke dir für deinen Kommentar. Neugierde ist sehr wichtig, behalte das unbedingt.
      Dir auch einen feinen Nikolaus.
      LG
      Denise

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  8. Hallo Denise,

    ich oute mich als jemand, der je nach Stimmung oft auch eher "einfach gestricktere" Bücher lesen möchte. Nun mag das auch am Genre liegen, ich lese keine Thriller oder Krimis, aber zumindest Romantic Thrill, da kann ich es auch nachvollziehen, wenn man richtig mitfiebern möchte. Aber ich schätze auch durchaus eine Liebesgeschichte, die mich nicht so wahnsinnig viel zum Nachdenken anregt sondern mich einfach gut unterhält. Ich will nicht immer über schwerwiegende Probleme, Krankheiten oder sonstiges Nachdenken.

    Natürlich sucht man als Vielleser schon "das Besondere" und das fehlt vielen Büchern einfach, da stimme ich dir zu. Das sind die, die ich dann kurz nach der letzten Seite auch relativ schnell wieder vergesse. Ich kann aber auch die Verlage verstehen, die wirtschaftlich denken und dann versuchen, eben "ähnlichen" Lesestoff zu vermarkten bis der Markt eben gesättigt ist. So lange es Personen gibt, die die Bücher kaufen, werden sie auch verlegt.

    Wir sind als Vielleser auch eine besondere Gruppe und machen sicherlich nicht den Großteil der Verlagskunden aus :-)

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Hi Desiree,

      ich glaube gern, dass es mal was einfaches sein darf. Das ist auch nicht verwerflich :) man will ja auch nicht immer 10x um die Ecke denken müssen. Und klar, Verlage sind Wirtschaftsunternehmen, sie müssen Geld verdienen. Es ist halt die Frage: Wer beeinflusst wen? Was wäre, wenn ein Verlag ein Buch bis zum Erbrechen hypt? Würde es sich dann verkaufen? Oder muss der Leser den Hype auslösen? Das ist wie mit dem Huhn und dem Ei ^^
      LG
      Denise

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  9. Huhu!

    Mein erster Gedanke war: was ist denn schlecht an Schlichtheit?! Aber jetzt verstehe ich natürlich, wie du es meinst. :-)

    Ja, leider ist es so, dass der Erfolg eines Buches immer eine Schwemme ähnlicher Bücher nach sich zieht, und die sind nicht immer auch von gleicher Qualität. ...also, mal angenommen, dass das erste erfolgreiche Buch überhaupt Qualität hatte – das scheint ja nicht unbedingt nötig zu sein.

    Mit unserem Krimi-Lesekreis haben wir uns da auch schon drüber unterhalten, weil wir alle das Gefühl haben, wir stören uns an Dingen, an denen sich viele Leser wahrscheinlich gar nicht stören, weil diese Dinge nur Leuten auffallen, die wirklich VIELE Bücher lesen. Das ändert allerdings nichts daran, dass es eine unschöne Entwicklung ist, dass alles, was halbwegs erfolgreich ist, so lange kopiert wird, bis nur noch Grütze dabei rumkommt.

    Zum Teil habe ich das Gefühl, dass das auch bei Autoren zunehmend so wird, dass sie von ihren Verlagen verheizt werden, solange sich ihre Bücher verkaufen. Ich weiß, dass ich mich mit dieser Meinung nicht unbedingt beliebt mache, aber bei Sebastian Fitzek habe ich zum Beispiel seit ein paar Jahren das Gefühl, dass er ein Buch nach dem anderen raushaut, dass nach dem gleichen Schema geschrieben wurde. (Unter anderem endet gefühlt jede zweite Szene mit etwas "Schockierendem", aber dann stellt sich direkt in der nächsten Szene heraus, dass alles doch ganz anders war. Oh Gott, eine riesige Blutlache! Ach nee, doch nur Ketchup. Oder so ähnlich.)

    Über diese Sache mit "poste doch mal die Rückseite" habe ich auch schon ein paarmal den Kopf geschüttelt. Denn es dauert auf jeden Fall länger, das Buch zu holen und zu fotografieren, als den Klappentext schnell mal zu googeln, ich erwarte also von jemand anderem, dass er sich Arbeit macht, die eigentlich unnötig ist.

    Ich habe deinen Beitrag für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt! HIER (mein Blogspot-Blog) und HIER (mein Wordpress-Blog).

    LG,
    Mikka

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