23. November 2017

Buchpremiere "Böses Kind" von Martin Krist



Es ist eine liebgewordene Tradition: Wenn Martin Krist einen neuen Thriller herausbringt, findet die Buchpremiere im Berliner Kriminaltheater statt. Auch "Böses Kind" wurde am 22.November hier offiziell dem Publikum vorgestellt. Doch Martin Krist wäre nicht Martin Krist, wenn er seine Lesung nicht zu einem Erlebnis besonderer Art machen würde.

Schon der Einstieg war außergewöhnlich, denn weder der Autor noch die Moderatorin erschienen als erstes auf der Bühne, sondern ein musikalisches Trio, welches den Abend singend und rappend einläutete.

Kurz darauf stellte sich die Moderatorin Carolin Reif, die bei epubli für das Partner Management zuständig ist, vor und begrüßte die beiden charmanten sowie stimmgewaltigen Nina Hohlfeld und Anne Forman. Beide Frauen unterstützen Martin Krist seit einigen Lesungen und erwecken durch ihre Stimmen die Figuren zum Leben.

Nina Hohlfeld 

Anne Forman

Doch nicht nur die Ausschnitte waren spannend. Auch die Fragen, die Caroline bereit hielt, versprachen neue Erkenntnisse. So diskutierte sie angeregt mit Martin Krist über die Unterschiede von Verlagsautoren und Selfpublishern, woher seine Figurenideen stammen und ob er sehr mit seinen Protagonisten fühle. Der Autor bezog klar Stellung zum Selfpublishing und bekräftigte seine Ansicht, dass Selfpublisher mittlerweile eine angesehene Größe im Buchgeschäft seien. 



Mit seinen Figuren geht Krist eher pragmatisch um. Wenn der Tod eines Protagonisten notwendig sei, wird dieser emotionslos um die Ecke gebracht. Die Geschichte muss funktionieren, so der Autor. 

Positiv überrascht hat mich die musikalische Begleitung des Abends. Denn die Zwillinge Mike (10 Minuten älter) und Mark überzeugten nicht nur mit ihren Songs, sondern auch mit ihrem Moderationstalent. Als die Technik plötzlich nicht so wollte, wie die beiden, erzählten die Brüder kurzerhand aus ihrem Leben und wie es ist, wenn man als Zwillinge unterwegs ist.

Mike (r.) und Mark (l.)

Insgesamt empfand ich die Lesung als kurzweilig, spannend und bekam Lust, das Buch nochmals zu lesen. Wer bisher keinen Krist gelesen hat, sollte es unbedingt nachholen. Und auf eine Lesung des Autoren gehen. Man kommt lebend raus, aber eine schlaflose Nacht danach ist schon fast garantiert.


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