24. September 2017

Blind, erfolgreich, hochintelligent









Titel: Endgültig
Autor: Andreas Pflüger
Reihe: Jenny Aaron
Band: 1
Seiten: 459
Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3518425213






Die Ermittlerin Jenny Aaron gehört zu einer geheimen Eliteeinheit der Polizei. Auslandseinsätze, Lösegeldübergaben, effektive Tötungen gehören zu ihren Aufgaben. Bis in Barcelona etwas schief geht und Jenny ihr Augenlicht verliert. Nach einer harten Reha kehrt sie als Vernehmungsspezialistin zurück. Und wird direkt mit einem Serienmörder konfrontiert, den sie hinter Gittern brachte...

"Endgültig" ist der erste Band einer Trilogie um die Elitepolizistin Jenny Aaron und mein erster Thriller von Andreas Pflüger. Leider konnte mich das Buch nicht so begeistern, wie ich gehofft hatte.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man großteilig Jenny Aaron, die bei einem missglückten Einsatz in Barcelona ihr Augenlicht verlor und nun blind ihre Kollegen als Vernehmungsspezialistin unterstützt. Aaron hat den Polizeiberuf quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Ihr Vater war einer der Polizisten, die damals die entführte Lufthansa-Maschine in Mogadischu befreit haben. Auch Aarons Umfeld besteht aus Superhelden in Uniform: Erstklassige Schützen, perfekte Kämpfer und Strategen. Da wundert es nicht, dass die erblindete Elitepolizistin sich im Schnellverfahren außergewöhnliche Hör- und Wahrnehmungsfähigkeiten antrainiert. Ja, wir haben es hier mit einer geheimen Elitetruppe der Polizei zu tun, die nur mit den Besten arbeiten kann. Dennoch war mir die Häufung von Perfektionismus zu viel. Mehr Menschlichkeit hätte der Truppe gut getan.

Andreas Pflüger pflegt zudem einen Erzählstil, der außergewöhnlich, mir aber zu traumwandlerisch für einen Thriller ist. Immer wieder wird man als Leser mit Aarons Flashbacks konfrontiert. Ich hatte beim Lesen arge Probleme Gegenwart und Vergangenheit auseinander zu halten, da der Autor weder durch Textumbrüche noch veränderte Sprache deutlich machte, in welcher Zeit man sich gerade befand. Auch die Ermittlungen fließen wie Nebel in die Gedankengänge von Aaron ein. Eine scharfe Trennung gibt es nicht, alles verschwimmt und ich konnte bald nicht mehr folgen, wann was wo wie von Belang sein könnte.

Und so legte ich den Thriller, der sehr viel Potenzial bot, traurig beiseite. Er ist eine Herausforderung, fürwahr. Er verlangt Konzentration und Liebe zu einer fast schon philosophischen Sprache. Für mich passte es leider nicht.

Fazit: Das war es endgültig. Liebhaber der Sprache werden aber ihre Freude daran haben.


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Kommentare:

  1. Wunderbar oder? Ich habe Endgültig auch eine literarische Praline genossen und ich freue mich schon sehr auf Niemals.

    Tolle Rezension. Ich habe das Buch sehr ähnlich empfunden.

    Liebe Grüße

    Anja

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    1. Hi Anja,
      im Gegensatz zu mir hast du es aufgrund der Sprache gemocht. Ich kam damit leider nicht zurecht ;(

      LG
      Denise

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