11. August 2017

Der Tod kommt falsch











Titel:
 Des Teufels Gebetbuch
Autor: Markus Heitz
Seiten: 672
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3426654194








Zu gern würde ich hier eine treffende, knackige Zusammenfassung des Mystery-Thrillers von Markus Heitz schreiben. Doch immer noch blutet mir das Herz, dass ich statt der Spannung, die ich mir so erhofft hatte, wieder mal Fehler en masse bekommen habe.

Dabei fing alles so gut an. Markus Heitz entführt den Leser in das Leipzig des 18. Jahrhunderts und lässt ihn an den Geschehnissen rund um die Spielkartenherstellung teilhaben. Das fand ich interessant, wenn auch nicht mitreißend. Aber der so bejubelte Teil, so hoffte ich, wartete schon auf den nächsten Seiten.

Selten habe ich mich so geirrt. Der Autor verbindet zwar geschickt die Geschehnisse in Monaco und Baden-Baden, führt seine Figuren auch gekonnt ein, begeht jedoch dann Fehler, die einem Großmeister wie ihm nicht passieren dürfen: Er wird unlogisch und lässt erkennen, dass seine Recherchen nur bis zu einem gewissen Punkt gingen.

Ein Beispiel: Ein Mann wird mit einem gezielten Schlag auf den Kehlkopf getötet. In der Zeitung liest man später, dass er bei einem Duschunfall ums Leben kam. Das Opfer ist beim Verlassen der Dusche ausgerutscht und dann mit dem Hals voran auf den Badewannenrand geknallt.
Nicht nur, dass ein Gerichtsmediziner sofort erkennen müsste, ob der Kehlkopf durch einen Schlag oder Sturz eingedrückt wurde. An der Leiche dürften auch die typischen Verletzungen, die man sich beim Fallen zuzieht, wie zum Beispiel blutige Knie oder Hände, gefehlt haben. Spätestens da muss selbst einem Polizeischüler auffallen, dass der Tod inszeniert worden ist.

Mir ist durchaus bewusst, dass Markus Heitz mit diesem Duschunfall den Mord verschleiern wollte. Aber warum geht er dabei so stümperhaft vor, wo er doch den ersten Mord im Buch nachvollziehbar und plausibel vertuscht? Dieser Punkt stieß mir sauer auf. Denn ich weiß, dass der Autor es besser kann.

Und diese unplausiblen Tode ziehen sich durch das gesamte Werk. Ich habe früh aufgegeben. Nicht nur, dass die Geschichte mich nicht gefangen nehmen konnte, auch diese nicht zu Ende gedachten Todesarten verleideten mir den Lesespaß. Echt schade.

Fazit: der Tod kommt auf die falsche Art. Der Roman ist nichts für Menschen mit Hang zum Detail.


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1 Kommentar:

  1. Hm, schade. :-( Das Buch steht schon länger auf meiner WuLi. Es klingt wirklich vielversprechend, aber deine Rezi macht mir wenig Hoffnung...
    LG, Silke

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