Mittwoch, 29. März 2017

Die letzte Chance im ewigen Eis

White Zone - Letzte Chance
von Katja Brandis
(464 Seiten)



Eine Leseprobe und die Möglichkeit zum Kauf findet Ihr hier


Antarktis, 2030: sechs Jugendliche müssen in einer ehemaligen Forschungsstation beweisen, dass sie sich bessern wollen. Unter ihnen sind eine begabter Hacker, eine kaufsüchtige Betrügerin, ein Reality-Soap-Star und Crash, die vor allem durch gefährliche Unfälle auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Antarktis ist ihre letzte Chance. Doch sie sind nicht allein im ewigen Eis...

"White Zone" war mein erstes Buch von Katja Brandis und wird wohl auch mein letztes sein. Der Klappentext verspricht eine spannende Geschichte zwischen Eis, ewiger Stille und Verbrechern. Das Buch liefert eine unausgegorene Story mit den typischen Schmacht- und Selbstzweifelelementen.

Die Geschichte wird von Crash höchstselbst erzählt. Sie gewährt den Lesern einen Einblick in die Besserungsanstalt am Ende der Welt, nimmt sie mit auf Spurensuche in der Station und zeigt recht deutlich, dass das Leben bisher nicht freundlich zu ihr war. Zudem beschreibt sie mit einem gewissen Witz ihre Gruppenmitglieder. Da musste ich ab und an schon grinsen, denn Crash kann sich so manches Klischee nicht verkneifen, verpackt dieses aber wunderbar ironisch. Damit beschwor sie vor meinen Augen die Gruppe herauf. Das fand ich toll.

Da hört es aber auch schon auf. Denn Katja Brandis schafft es nicht, Spannung aufkommen zu lassen, geschweige denn Interesse für die Jugendlichen selbst. Jedes Gruppenmitglied hat Dreck am Stecken, so meint man. Nach und nach werden diese Geheimnisse eher unfreiwillig enthüllt. Und wer hier auf die großen "Das gibt es doch nicht"-Momente gehofft hat, wird enttäuscht. Onlinebetrug, Autoklau und ähnliches sind da schon das höchste der Gefühle. In meinen Augen nichts, was die Reise in die Antarktis rechtfertigt. 

Auch die Darstellung des Alltages in der Station ist eher nichtssagend und dröge. Die Therapien haben keine Dynamik, der mitgereiste Therapeut und Betreuer hat die Gruppe nicht im Griff und bemüht sich auch nicht, klare Grenzen zu setzen. Sehr traurig. Als dann auch noch die Hauptfigur sich schlagartig verliebt und mit ihrem Schicksal hadert, war es für mich ganz aus. Ich wollte erfahren, warum die Jugendlichen im ewigen Eis in Gefahr sind und nicht erleben, wie Crash auf einmal ihre Hormone entdeckt. Denn das ist für die Geschichte in meinen Augen dermaßen unpassend und an den Haaren herbeigezogen. 

Der Stil von Katja Brandis ist gut und recht einfach zu lesen. Ihre Erzählweise ist für Jugendliche passend sprunghaft, aber dennoch bekommt man alles mit. 

Ich danke dem Verlag
sowie
für das Buch


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