2. Januar 2017

Atemlos in Berlin

Ohne Ausweg
(Faris-Iskander-Reihe Band 3)
von Kathrin Lange
(448 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Berlin steht vor dem größten Attentat seit langem: eine islamistische Gruppe will die Hauptstadt mit Gift überziehen. Niemand weiß, wann und wo es passieren wird. Um an diese Informationen zu kommen, muss sich Ermittler Faris Iskander undercover in diese Kreise einschleusen und wird in das Hochsicherheitsgefängnis in Karlshorst eingeliefert. Kann er rechtzeitig das Vertrauen des Anführers der Gruppierung erlangen und Berlin retten?

"Ohne Ausweg" ist Faris Iskanders dritter Fall und so realistisch wie kaum ein anderer Thriller. Kathrin Lange beeindruckte mich durch eine extrem gute und wirklichkeitsnahe Geschichte, die mir so manches Mal das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man zum Einen Faris Iskander und seinem Weg ins Gefängnis, zum Anderen aber auch Teilen der terroristischen Gruppe sowie der SERV, dem Team rund um Iskander. Dieser Wechsel der Perspektiven und insbesondere das Zusammenlaufen der Informationen hat mich sofort in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Die Autorin versteht es sehr gut, Spannung aufzubauen ohne dabei auf Effektheischerei setzen zu müssen.

Die Hauptfigur Faris Iskander ist beileibe keine leicht zu durchschauende. Durch die ersten Fälle, die ich mit ihm erleben durfte, war mir klar, dass der Polizist mit muslimischen Wurzeln ein Kämpfer sein muss. In diesem Thriller verändert sich Faris aber noch einmal. Für mich ist die Wandlung spürbar und sehr gut nachvollziehbar gewesen. Iskander beeindruckt mich durch sein schlichtes Heldentum. Er schwingt keine großartigen Reden, lebt keinen Pathos, sondern tut das, was es einfach zu tun gilt. Und das macht ihn für mich zu einem außergewöhnlichen Mann. Auch die anderen Figuren beeindrucken durch eine Tiefe und Menschlichkeit, die es mir einfach gemacht hat, wieder Anschluss an die SERV zu finden. Großartig!

Die Story an sich ist von der ersten Seite an spannend und hat mich in ihren Bann gezogen. Ich bin mit den Attentätern durch Berlin gehetzt, habe mich mit Faris in das Gefängnis begeben und mit der SERV nach den Hintermännern gesucht. Jedes Kapitel trug zur Spannung bei, ich habe gelitten, gefiebert, geweint und geflucht. 

Das Finale ist stimmig, schlüssig und passt perfekt zum gesamten Buch. Und auch hier hat Kathrin Lange das richtige Gespür für die Balance zwischen Action und Glaubwürdigkeit. Toll!

Der Stil der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist direkt, detailreich, ohne überladen zu wirken und sie erschafft Bilder im Kopf, die einen an den Ort des Geschehens versetzen. 

Fazit: man kommt kaum zum Luftholen. Eine klare Leseempfehlung.

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