Donnerstag, 29. Oktober 2015

Es war einmal ganz anders

Schneewittchen und die Kunst des Tötens
von Luci van Org

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Es war einmal ein unschuldiges, im Inneren verdorbenes, junges Mädchen, ein in sie verliebter, hochgradig nervöser Junge, 7 zu groß gewachsene Zwerge und ein Mörder, der schon seinen Vater auf dem Gewissen hat. Nina Witte, eben jenes junge Mädchen, wird von ihrer Mutter unterdrückt und flieht in die WG von 7 Nerds. Dort trifft sie auf Ivo, der schon lang in sie verliebt ist. Und für diese Liebe würde er alles tun. Selbst BDSM lernen...

"Schneewittchen und die Kunst des Tötens" ist mein erster Roman von Luci van Org und hat mich oft schmunzeln lassen. Die Autorin, die vielen noch als Lucy Lectric aus den 90ern bekannt sein dürfte ("Ich bin so froh, dass ich nen Mädchen bin"), adaptiert sehr frei das Märchen der unschuldigen Schönheit Schneewittchen und deren Flucht vor der herrschsüchtigen Stiefmutter. Heraus kam ein Buch voller Witz, ein wenig Erotik und auch der Tod durfte nicht fehlen.

Die Geschichte wird teilweise von einem auktorialen Erzähler, teilweise vom verliebten Ivo höchstselbst erzählt. Während man mit dem Erzähler Nina, ihrer gestörten Mutter oder auch dem Mörder folgt, erfährt man Ivo so manchen, fast schon dusslig zu nennenden Plan, um Ninas Herz zu erobern. Denn die junge Frau ist keineswegs so gut und rein, wie ihr schneewittchenhaftes Aussehen glauben machen will. Auf Drogen erzählt sie Ivo, dass sie gerne in die Rolle der devoten Sub schlüpft. Und Ivo hat nichts besseres zu tun, als vor ihr zu prahlen, wie viel Erfahrungen er als Dom hat. Dass dies nicht der Wahrheit entspricht, lässt so manche witzige Szene entstehen.

Überhaupt ist der gesamte Roman mit viel Ironie, Wortwitz und Situationskomik gespickt. Ich hatte mich nach der Lektüre des Klappentextes auf einen verruchten Erotik-Roman eingestellt. Doch Luci van Org schafft es, die prickelnde Erotik mit einem Augenzwinkern zu versehen, ohne das Ganze ins Lächerliche zu ziehen. Das war richtig wohltuend beim Lesen.

Auch die Morde, die in dem Buch vorkommen, sind zwar akkurat, aber keineswegs bierernst beschrieben. Durch die ganz eigene, humorige Art der Autorin konnte ich mir selbst bei den Taten des Mörders so manches Grinsen nicht verkneifen. Und obwohl das Büchlein nur knapp 140 Seiten hat, konnte ich für ein paar Stunden tief in die Welt von Nina und Ivo eintauchen.

Die Figuren sind toll beschrieben und haben trotz der Kürze des Romans eine gewisse Tiefe bekommen. Gern hätte ich mehr Details erfahren, noch mehr mit Ivo und Nina erlebt und vor allem gern die 7 Nerds in ihren Zwergengewanden mehr begleitet. Denn die kamen für meinen Geschmack zu kurz. Leider!

Der Stil von Luci van Org ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist humorvoll, locker und hat den richtigen Biss. Ich habe mich beim Lesen gekugelt vor Lachen!

Fazit: ein tolles, witziges Büchlein, das Lust auf mehr macht. Eine klare Empfehlung.

Danke an U-Line-Verlag
und
für das Buch!

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