Mittwoch, 23. September 2015

Der Funke sprang nicht über

Songs of Revolution
von Emma Trevayne

Eine Leseprobe findet Ihr hier

USA, nach dem Krieg: eigene Musik ist verboten. Die Regierung bestimmt, was, wann wie gehört wird. Denn die Musik ist mittlerweile eine Droge geworden, Opium fürs Volk. Der junge Anthem ist in dieser Maschinerie gefangen. Und doch kämpft er heimlich gegen das System, denn er und seine Freunde haben eine eigene Band gegründet. Einmal die Woche spielen sie gemeinsam und genießen unverfälschte Musik. Doch wie lang können sie unentdeckt bleiben?

"Songs of Revolution" war mein erstes Jugendbuch von Emma Trevayne und wird wohl auch mein letztes sein. Die Grundidee zum Roman empfand ich als grandios, doch die Autorin konnte in meinen Augen so gut wie nichts aus dem Thema machen.

Die Geschichte wird von Anthem höchstselbst erzählt. Der Jugendliche muss sich nicht nur um seine beiden jüngeren Geschwister, die Zwillinge Alpha und Omega, kümmern, sondern auch um seinen kranken Vater. Hinzu kommt, dass Anthem für den Familienunterhalt arbeiten gehen muss. Dabei lässt er sich Lebensenergie über ein System, das mich sehr an die Verbindungssessel in Matrix erinnert hat, abgesaugt und der Stadt zugeführt. Dieses Leben übersteht er nur, indem er, wie alle anderen, Musik streamt und sich damit betäubt.

Anthem ist dabei beileibe kein Sympathieträger. Seine Trägheit, sein Unwille gegenüber dem System und seine Abhängigkeit übertragen sich sehr schnell auf den Leser. Dies ist für die ersten Kapitel wirklich von Vorteil, da ich so schnell merkte, wie trostlos das Leben für ihn und seine Freunde ist. Allerdings zieht sich dieses doch bedrückende Gefühl durch den gesamten Roman. Es gab keine Hochs oder Tiefs, keine Spannung, nichts, voran ich mich gemeinsam mit Anthem hätte reiben können. Daher war die Geschichte für mich nach kurzer Zeit nur noch eine Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten. Und dies langweilte mich.

Hinzu kommt, dass auch die Story selbst nicht wirklich voranschreitet. In der ersten Hälfte durchlebt man mit der Hauptfigur den Alltag. Immer und immer und immer wieder. Um klar zu machen, dass Anthems Alltag nicht aufregend, sondern eher dröge ist, hätten es auch weniger Wiederholungen getan. Und so kam es, dass ich selbst bei seinen rebellischen Ausbrüchen, wie zum Beispiel das Spielen in der Band, unbeeindruckt und desinteressiert war. Die Autorin konnte mich einfach nicht einfangen.

Der Stil von Emma Trevayne ist gut zu lesen. Durch die doch eher eintönige Erzählweise wurde es mir jedoch schnell langweilig und die Autorin konnte mich nicht mitreißen. Schade!

Fazit: die Grundidee war hervorragend, die Umsetzung jedoch ein Katzenjammer. Schade!

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