16. Juli 2015

Wenn nichts mehr hilft, ruft man ihn

Die Gier, der Dreck und die Angst
(Robert Capou Folge 1)
von Georg Bruckmann

Einen kleinen Vorgeschmack findet ihr hier

Robert Capou wird dann gerufen, wenn die Polizei noch nicht helfen kann oder soll. Der Arbeiter Kreuzmann wendet sich an ihn, weil sein Arbeitgeber illegal Müll entsorgt und dafür seine Leute nicht nur einspannt, sondern sie auch bedroht, falls sie das Ganze auffliegen lassen wollen. Sowas geht Robert gegen den Strich und er setzt alles daran, Jan Baeris, den Inhaber der Firma, zu überführen.

"Die Gier, der Dreck und die Angst" ist die erste Folge um Robert Capou und hat mir sehr gut gefallen. Georg Bruckmann kenne ich bereits von seinem Hörbuch "Nachwelt 2018" und mit Capou erschafft er nun eine Figur, die man zugleich lieben und hassen kann.

Dabei konnte ich beim Hören Robert Capou nicht mal richtig einordnen. Denn der Kerl scheint nur sich und seinen Sinn für Gerechtigkeit zu kennen. Ob er seine Ziele mit legalen oder illegalen Mitteln durchsetzen muss, spielt für ihn keine Rolle. Was ich irgendwo sympathisch fand, auch wenn sich Capou natürlich in keinster Weise als Vorbild eignet. Aber er hat ein Denken an sich, dass mir gefällt und er zeigt auch ein Herz für schwächere Menschen. Menschen wie Kreuzmann.

Die Geschichte selbst ist spannend und toll erzählt. Zwar gibt es viele Stories, die sich um illegale Müllentsorgung drehen, doch der Autor setzt hier nicht auf den Umweltaspekt, sondern nutzt dieses Verbrechen als Vehikel um seine Hauptfigur einzuführen. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen, da er nicht mit erhobenen Zeigefinger durch den Krimi führt.

Georg Bruckmanns Stimme passt in meinen Augen sehr gut zu dem leicht arroganten, von sich überzeugten und dennoch fähigen Robert. Zu Beginn des Hörens dachte ich innerlich "Was für ein Arsch!". Im Laufe der Story wurde ich aber immer wärmer mit der Hauptfigur und bewunderte sie sogar für ihre Denkweise. Das muss man erstmal hinbekommen.

Mit unter 2 Stunden Spielzeit lässt sich das Hörbuch schon in die Kategorie Kurzgeschichte einordnen. Wer also mal ein wenig entspannen möchte und sich nicht gerade 6 Stunden oder länger an sein Abspielgerät fesseln will, dem sei dieses Werk empfohlen. Denn zum Glück bleibt am Ende die Hoffnung, dass Capou noch lang nicht fertig ist und somit weitere Folgen bekommt.

Die Stimme von Georg Bruckmann ist dunkel und leicht angsteinflößend. Er erzählt sehr direkt und scheut sich auch nicht, schonungslos zu beschreiben, was in seinen Figuren vorgeht. Das finde ich toll!


Fazit: ein kleines, feines Hörvergnügen für den Krimihunger zwischendurch. Unbedingt reinhören!


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