Mittwoch, 22. Juli 2015

Verschwundene Mädchen und ein alter Fall


Mädchendurst
(Goldmann - Brandner - Reihe Band 1)
von Timo Leibig

Eine Leseprobe findet ihr hier

Leonore Goldmann und Walter Brandner sind schon lange Jahre ein erfolgreiches Ermittlerduo. Beide haben Erfahrung und sind gestandene Polizeibeamte. Doch es gibt eine Akte, die sie nicht zur Ruhe kommen lässt: das Verschwinden der Sommerferienkinder. Seit Jahren gab es allerdings keine neuen Fälle. Da verschwindet eine komplette Klasse von 8 Mädchen inklusive Lehrerin. Der Fall geht an die beiden Ermittler und Brandner ist schnell klar: da muss es einen Zusammenhang geben. Können die Mädchen noch gerettet werden?

"Mädchendurst" ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Timo Leibig. Dabei wird es sich um die Arbeit des Duos Goldmann/Brandner drehen. Ich kenne bereits "Herznote", welches mich begeistert hatte, und ich kann sagen: auch "Mädchendurst" konnte mich überzeugen.

Die Geschichte wird abwechselnd von einem auktorialen und einem Ich – Erzähler wiedergegeben. Während man zum Einen der Polizei und ihren Ermittlungen folgt, erfährt man auf der anderen Seite hautnah, wie der Täter mit sich und seinem Gewissen zu kämpfen hat. Diese Mischung fand ich großartig, da sie einen Einblick in beide Welten erlaubt. Zudem finde ich es sehr gut, dass Timo Leibig für den Täter die Nähe verursachende Ich-Perspektive gewählt hat. Dadurch wird das Grauen fassbarer und realer.

Das Duo aus Leonore und Walter ist erfrischend anders als die mir bekannten Ermittler. Zum Einen sind die beiden gestandene Persönlichkeiten. Walter steht sogar kurz vor der Pensionierung und Leonore ist mit über 40 auch alles andere als ein Jungspund. Dafür sind die Zwei geerdet, strotzen nicht vor überbordenen Drang die Welt zu retten und wirken dadurch realistisch und menschlich. Timo Leibig reißt auch kurz private Probleme der Beiden an, bleibt hier aber bis auf wenige Fakten wage. Gern hätte ich mehr von Brandner und Goldmann erfahren. Vielleicht kommt das noch in den nächsten Bänden.

Die Story an sich ist fesselnd und spannend erzählt. Durch die kurzen Kapitel gewinnt der Thriller schnell an Fahrt und die Seiten flogen nur so dahin. Die Ausarbeitung des Täters und seiner Beweggründe fand ich gut, hätte mir aber noch mehr Tiefe gewünscht. Das hätte dem Werk den letzten Schliff gegeben.

Das Ende war für mich passend und gut hergeleitet. Und Timo Leibig hat zum Glück nicht auf den 08/15 – Schluss "ein Polizist gegen den Bösen" zurückgegriffen. Da möchte ich Danke sagen!

Der Stil des Autors ist flüssig und einfach zu lesen. Seine Erzählweise hat mich von Beginn an eingefangen, war mal beängstigend aufgrund der Nähe zum Täter und mal analysierend, wenn es um die Polizeiarbeit ging. Toll!


Fazit: ein sehr guter Thriller, bei dem ich mir mehr Seiten gewünscht hätte. Dennoch kann ich ihn ohne Probleme empfehlen!

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