Sonntag, 19. Juli 2015

3 Romane, eine Geschichte: wie weit darf der Mensch gehen?


Homo ambrosius - Der unsterbliche Mensch
von Albert Karer

Biologie und Technik. Schon lang verbindet die beiden Wissenschaften mehr, als sie trennt. Schon heute versuchen Biologen und Mediziner, sich die Technik nutzbar zu machen um das menschliche Leben zu verlängern, Krankheiten zu heilen oder Operationen an Stellen vorzunehmen, bei denen man vor 20 Jahren noch verstorben wäre. Doch wie weit darf die Wissenschaft gehen? Und wer setzt die Grenze?

"Homo ambrosius – Der unsterbliche Mensch" ist der Sammelband dreier Romane von Albert Karer. In seinem Gesamtwerk behandelt der Autor die Frage, wie sehr wir schon von der Technik abhängig sind und wo die Grenzen verlaufen. Alle 3 Romane haben mir sehr gut gefallen und lassen sich auch locker als ein zusammenhängdes Werk lesen.

Die Geschichte beginnt mit illegalem Organhandel und einem jungen Mann, der als Hacker im Gefängnis sein Dasein fristen muss. Tobias Feist, so der Name des Hackers, wird von der Regierung angeworben um vermeintlich unbedeutenden Verbrechen auf die Spur zu kommen. Dabei entdeckt er zusammen mit seinem Vorgesetzten ein Netzwerk aus Organhandel und -transplantationen, das sich bis weit in die höchsten Kreise erstreckt. Daraus entwickelt sich schnell ein actiongeladener Thriller, der im weiteren Verlauf science-fiction-artige Züge annimmt, ohne dabei vollkommen an der Realität vorbei zu denken. Das hat mir besonders gut gefallen.

Auch die Ausführungen Albert Karers haben mir sehr gut gefallen. Während man in Band 1 einen Einblick in die Welt des Organhandels bekommt, zeigt er im weiteren Verlauf auch, wie gefährlich Hackerangriffe werden können und wie weit uns Maschinen das Denken abnehmen werden. Dabei bleibt der Autor aber in meinen Augen nah an der Realität und liefert sich nicht völlig seiner Fantasie aus. Dadurch werden die 3 Romane glaubwürdig und gleichzeitig beängstigend.

Mit Tobias Feist hat der Autor eine Hauptfigur erschaffen, die nicht auf den ersten Blick unbedingte Sympathie verdient. Tobias ist ein zurückhaltender, fast einsiedlerischer Mensch, der nur in der Technik vollkommen auflebt. Doch wenn man ihn da mal packt, blüht er wie eine Rose auf und ist kaum noch zu bremsen. Im Laufe des Lesens habe ich Feist gern gewonnen, auch wenn er immer wieder Verhalten an den Tag legte, über das ich den Kopf geschüttelt habe. Aber insgesamt habe ich Tobias sehr gern begleitet.

Der Stil von Albert Karer ist sehr gut zu lesen. Seine Erzählweise ist geprägt von wissenschaftlichen, aber gut verständlichen Ausführungen und ich hatte immer das Gefühl, dass er mehr Informationen in einem Satz transportieren kann, als andere Autoren auf mehreren Seiten. Toll!

Fazit: ein toller Sammelband, der mich positiv überrascht hat. Wer sich für Wissenschaft und Technik interessiert, sollte zugreifen!

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