Sonntag, 10. Mai 2015

Wenn du schon in Uppsala wohnst...

Die Liebe ist ein Trampeltier
von Ina Straubing

Eine Leseprobe findet ihr hier

Elin will zum Training und steht vor verschlossener Tür. Klar, ihr Trainer ist im Urlaub, wie konnte sie das vergessen? Beschwingt fährt sie nach Hause und freut sich auf einen gemütlichen Abend mit ihrem Freund Tomas. Womit Elin nicht gerechnet hat, ist die blonde Schönheit, der sich Tomas gerade im gemeinsamen Bett hingibt. Für die Grafikdesignerin bricht eine Welt zusammen. Hastig packt sie ein paar Sachen und verschwindet. Nur um sich nochmal für ein Gespräch mit ihrem Freund zu treffen. Und dieser schlägt ihr eine Übereinkunft vor, die Elin zugleich sprachlos und neugierig macht...

"Die Liebe ist ein Trampeltier" ist das Debüt von Ina Straubing und hat mir gut gefallen. Die Autorin schnappt sich das altbekannte Thema "Fremdgehen und seine Folgen" und verwebt liebgewonnene Strukturen mit neuen Ideen. Diese Mischung hat es mir angetan.

Die Geschichte wird von Elin persönlich erzählt. Die junge Frau ist keineswegs eine typische Heldin. Zwar ist sie attraktiv, jedoch im Inneren unsicher und sie glaubt, dass die Welt nicht zwingend positiv auf sie zu sprechen ist. Elin sprüht nicht vor Selbstbewusstsein, sondern legt ein gesundes Maß Skepsis an den Tag. Mit anderen Worten: sie gleicht einer normalen Frau mehr als viele ihrer Romanheldenkolleginnen. Das hat mich für die junge Frau direkt eingenommen.

Natürlich kommt auch das Trampeltier nicht ohne gewohnte Muster aus: neben der Hauptfigur gibt es 2 Freundinnen, die eine mit einem mehr als ausschweifenden Sexleben, die andere das personifizierte Schöne und Unschuldige auf 2 Beinen. Ich habe bei der Vorstellung schon lächeln müssen und doch passen die beiden so gut zu Elin, dass es mir nichts ausgemacht hat.

Auch der männliche Held, der der Hauptfigur den Kopf verdreht, ist irgendwie bekannt und dennoch hat er so viel Charme in sich, dass ich mit Elin gemeinsam geseufzt habe, als ich ihn kennenlernte. Gut, der Name erinnert ein wenig an einen gewissen Mr. Grey, aber immerhin spielt der Roman auch in Schweden, so dass ich es der Autorin nur halb übel nehme.

Die Story ist nun nicht zwingend neu, aber auch nicht zu bekannt. Hier wahrt Ina Straubing die Balance zwischen Mustern, die funktionieren und neuen Ideen, die sich perfekt in das Geschehen hineinpassen. Es gab so manche Stelle, bei der ich überrascht die Luft eingesogen und wiederum andere, an denen ich wissend genickt habe. Die Mischung ist in meinen Augen jedoch gut gelungen und somit hebt sich das Werk von anderen Romanen ab.

Die Figuren, allen voran Elin und Tomas, bieten genug Potenzial für einen weiteren Roman und ich wäre durchaus nicht abgeneigt, mich nochmal nach Uppsala zu begeben um alle wiederzusehen.

Der Stil von Ina Straubing ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise besticht durch Humor, einer Prise Sarkasmus und Ehrlichkeit. Ihre Hauptfigur Elin ist in meinen Augen sehr gut getroffen und zeigt, dass nicht alle weiblichen Figuren in einem Frauenroman perfekt und selbstbewusst sind.


Fazit: ein schöner Roman zum Abschalten. Wer humorvolle Bücher mag, wird das Trampeltier lieben.

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