Donnerstag, 28. Mai 2015

Hat mich kalt gelassen

Eisige Schwestern
von S. K. Tremayne

Eine Leseprobe findet ihr hier

Die Familie Moorcraft hat eine schwere Zeit hinter sich: vor 13 Monaten stürzte eines ihrer Zwillingsmädchen, nämlich Lydia, durch einen Unfall in den Tod. Seitdem geriet das Leben von Sarah, Angus und der kleinen Kirstie vollkommen aus den Fugen. Jobs gingen verloren, Freunde wendeten sich ab und nun steht auch noch der Umzug auf eine einsame, schottische Insel an. Für Sarah und Angus soll es der Neubeginn sein, doch dann spricht Kirstie einen Satz aus, der ihr aller Leben verändern soll: "Ich bin Lydia!"

"Eisige Schwestern" war mein erster Psychothriller von S. K. Tremayne und ich hatte mich vor allem durch das interessante Thema und die vielen guten Rezensionen zum Lesen verleiten lassen. Leider kann die Story nicht halten, was ich mir versprochen hatte.

Die Geschichte wird vornehmlich von der Mutter Sarah erzählt. Sie berichtet über ihren Alltag, der seit dem Tod von Lydia dunkler und einsamer geworden ist. Ihr Mann Angus gibt sich immer öfter dem Alkohol hin und ihre Tochter Kirstie hat sich stark verändert, seitdem sie ihre Schwester verloren hat. Als die Kleine dann auch noch behauptet, die totgeglaubte Lydia zu sein, stürzt Sarahs Welt komplett zusammen.

Ein paar Kapitel bieten auch einen Einblick auf die Denkweise von Angus. Dieser Mann ist pragmatischer und weniger aufgeregt als seine Frau, aber auch er hat seine dunklen Seiten. Diese deuten sich immer mal wieder an, kommen aber nicht so raus, wie ich es mir gehofft hatte.

Generell konnte mich das Schicksal der Familie Moorcraft wenig anrühren, was verwunderlich ist, wo der Thriller auf den ersten Blick alles bietete, was Spannung ausmacht: ein Geheimnis, eine abgelegene Insel und 2 Figuren kurz vor dem Druchdrehen. Jedoch konnte mich der Autor nicht einfangen.

Zum Einen bietet die Story an sich wenig neues. Tremayne verwendet in meinen Augen zu viele bekannte Versatzstücke, die man irgendwie irgendwo schon alle mal gelesen hat. Zum Anderen bleiben seine Figuren für mich, passend zum Titel, eisig und wenig greifbar. Das kann daran liegen, dass weder Sarah noch Angus genügend Zeit haben, sich selbst zu zeigen. Ihre Emotionen sind nicht greifbar, schwingen zu wenig mit und so habe ich über viele ihrer Handlungen den Kopf geschüttelt, weil ich ihre Motivation nicht verstand.

Auch Kirstie, die ja eine tragende Rolle in dem Roman spielt, blieb mir fern. Ihr merkwürdiges Verhalten hat durchaus nachvollziehbare Gründe, die allerdings auch zügig und ohne Umschweife aufgedeckt werden. Überrascht haben sie mich nicht, denn diese Gründe habe ich alle in irgendeiner Form schon mal gelesen. Natürlich kann Tremayne das Rad nicht neu erfinden, aber da er mich schon nicht durch seine Erzählweise fesseln konnte, hätten die Beweggründe besser sein müssen. Waren sie nicht. Schade!

Der Stil des Autors ist gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist unterkühlt, ab und an sprunghaft, aber verfolgbar. Fesseln konnte er mich dennoch nicht.


Fazit: die eisigen Schwestern hinterließen bei mir nur ein unterkühltes Lächeln. Ich kann das Buch nicht empfehlen.

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