20. Mai 2015

Der Tod kennt keine Grenzen

Gift - Der Tod kommt lautlos
von Ivo Pala

Eine Leseprobe findet ihr hier

Deutschland erholt sich grad von dem Anschlag auf das Trinkwasser, da droht die nächste Katastrophe: der Chef der Terrorbekämpfung Böllinger wird in einer Videonachricht brutal gefoltert und auf grausame Art und Weise getötet. Die Täter: vermutlich Handlanger der russischen Regierung. Doch der russische Präsident gibt sich ahnungslos. Patricia Hardt und ihr Team setzen alles daran, die Täter und Mörder ihres Chefs zu fassen und ahnen nicht, dass sie damit etwas anstoßen, dass den 3. Weltkrieg bedeuten könnte...

"Gift – Der Tod kommt lautlos" ist der zweite Thriller aus der Feder von Ivo Pala und der Nachfolger von H2O. Und wie der Vorgänger, konnte mich auch dieses Buch fesseln und hat mich bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man unterschiedlichen Personen, unter anderem der Analytikerin Patricia Hardt, die bereits aus H2O bekannt ist, Major Löw oder dem Bundeskanzler Wagner. Und jede Perspektive hat etwas für sich, denn egal, ob ich mit Löw im Untergrund war, mit Hardt den Einsatz koordiniert habe oder mit dem Bundeskanzler Konferenzen beiwohnte, zum Luftholen kam ich kaum. Denn dafür ist der gesamte Thriller zu spannend und rasant erzählt.

Mit der Gefahr von biologischen Anschlägen greift der Autor eine Angst auf, die seit den Terroranschlägen von 2001 unterschwellig immer präsent ist. Und so perfide die Idee ist, Krankheiten gegen Zivilisten einzusetzen, so real beschreibt Ivo Pala das Szenario, was daraus entstehen kann. Und das hat mir beim Lesen so manches Mal kalte Schauer über den Rücken gejagt. Hinzu kommt, dass der Autor auch mit dem alten, und aktuell leider viel zu neuen Feindbild von Russland spielt. Er schürt den Konflikt Ost gegen West so hervorragend, dass ich auch hier öfter den Kontakt zu realen Welt verloren habe und tief eingetaucht bin in das Schreckensszenario.

Was mir sehr gut gefallen hat, war, dass Ivo Pala bei allem Terror und angstmachenden Szenen nicht den Bezug zur Realität verloren hat. Obwohl er den Leser hollywoodlike durch die Geschichte jagt, hatte ich zu keinem Zeitpunkt den Gedanken, dass er maßlos übertreiben würde. Für mich war der Aufbau von GIFT logisch, konsequent und nachvollziehbar. Und genau das hat mir so eine Angst beim Lesen gemacht. Toll!

Die Figuren, die der Autor einführt, sind toll beschrieben und bleiben den gesamten Thriller über authentisch. Gerade Major Löw ist mir durch seine manchmal etwas ruppige Art ans Herz gewachsen und ich hoffe, dass ich ihn bald mal wieder auf einer Mission begleiten darf. Aber auch die anderen Soldaten, Ermittler und Analytiker waren mir so nah, dass ich am Ende Tränen vergossen habe. Und das passiert mir bei einem Thriller höchstselten.

Der Stil von Ivo Pala ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist rasant, detailreich und auch sehr bildgebend. So gab es die ein oder andere Szene, bei der ich dann mein Knabberzeug beiseite gestellt habe, weil sie einfach nichts für den Magen war. Wer also zu GIFT greift, sollte sich bewusst sein, dass er schonungslos allen Details ausgesetzt wird.


Fazit: ein weiterer genialer Thriller von Ivo Pala. Ich kann ihn nur empfehlen.

Kommentare:

  1. Hi Denise,

    ich habe zwar von Ivo Pala bisher noch nichts gelesen, aber das klingt spannend und wandert auf meine WuLi. Dankeschön und liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hi Uwe,

      danke für dein Kommentar. Cool, dass es dich neugierig macht. Das Tolle ist, dass man GIFT lesen kann ohne vorher H2O gelesen zu haben :)
      LG
      Denise

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