3. April 2015

Erst wirst du überrascht und dann gelangweilt

Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling
von Sjoerd Kuyper

Eine Leseprobe findet ihr hier

Kos ist 13, begeisterter Fußballspieler und hat 3 Schwestern. Seine Mutter ist verstorben und sein Vater führt mehr schlecht als recht das Familienhotel. Doch an sich ist Kos zufrieden. Denn im Fußball ist er klasse und seine Tore widmet er seiner Mutter, seinem Vater und Isabel, in die er heimlich verliebt ist. Bei einem Elfmeter passiert das Unfassbare: Kos Vater bricht mit einem Herzinfarkt zusammen. Was sollen die Kinder nun tun? Wer kümmert sich um das Hotel? Und was wird aus dem Testspiel für Ajax?

"Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling" war mein erster Jugendroman von Sjoerd Kuyper und er lässt mich ratlos zurück. Der Autor erzählt an sich eine tolle Geschichte, doch die Details und auch die Erzählweise sind so nichtssagend und öde, dass ich mich am Ende nur eines gefragt habe: "Das war es jetzt?"

Die Geschichte wird von Kos selbst erzählt. Er schreibt kein Tagebuch, nein, er spricht seine Erlebnisse auf ein altes Tonband, welcher er vom Koch des Hotels bekommen hat. Und der Junge erlebt wirklich schräge Dinge. Nicht nur, dass er mit seinen Schwestern auf einmal das Hotel führen muss, seine Schwestern sind auch nicht die einfachsten Wesen unter der Sonne. Briek zum Beispiel geht vollkommen in ihrem Goth auf. Pel, die jüngste, glaubt, dass ihre Mutter nicht tot, sondern immer noch bei ihnen ist. Und die Älteste ist in einen unglücklichen Dichter verliebt. Wie soll da Kos einen kühlen Kopf bewahren und auch noch ein Hotel führen?

Die Erzählungen der Hauptfigur haben mich durchaus zum Schmunzeln gebracht. Und ich habe auch mit ihm gefühlt. Allerdings sind die Begebenheiten, angefangen beim Hotel bis hin zu den Zufällen beim Fußball, so weit weg von der Realität, dass ich mich nicht fallen lassen konnte. Ich mag es durchaus, wenn nicht alles bierernst genommen wird. Doch eine Handvoll Kinder, die ein Hotel leiten und dies keinem auffällt beziehungsweise nicht die älteste Schwester, sondern der Bruder alles in die Hand nimmt? Das war mir dann doch zu weit weg von den wirklichen Möglichkeiten.

Die Schwester mit ihren Spleens fand ich ansprechend. Aber auch hier gilt wieder: warum musste manche Schrullen übertrieben werden? Hier wäre das Motto "Weniger ist mehr" durchaus angebracht gewesen. Denn so saß ich kopfschüttelnd da und konnte mich nicht mehr am Ideenreichtum von Kos erfreuen, weil seine Schwestern einfach zu abgedreht waren.

Die Story an sich plätschert vor sich hin. Es passieren zwar immer wieder Dinge, die Kos vor eine Herausforderung stellen, aber durch die gleichbleibende, leicht gedrückte Stimmung konnte ich nicht mitfiebern. Das fand ich schade, denn ich hätte so gern Kos die Daumen gedrückt für sein Testspiel und für seine aufkeimende Beziehung mit Isabel.

Der Stil von Sjoerd Kuyper ist gut zu lesen. Seine Erzählweise ist leicht schnoddrig, typisch für einen 13-jährigen, aber nicht wirklich fesselnd. Hier hätte ich mir mehr Emotionen gewünscht.


Fazit: ein anziehender Titel, der aber nicht aufs Buch abfärbt. Schade!

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