Mittwoch, 11. März 2015

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Die Täuferin
(Der Bund der Freiheit Band 1)
von Jeremiah Pearson

Eine Leseprobe findet ihr hier

Deutschland im 16. Jahrhundert: das Heilige Römische Reich Deutscher Nation kämpft um seine Handelstraßen und so müssen Ritter Dietrich und sein Gefolge, unter ihm der Seargent Lud, in den Krieg gegen die Osmanen ziehen. Dabei müssten die heimischen Felder bestellt werden und Bauern haben auf dem Schlachtfeld eigentlich nichts verloren...
Zur gleichen Zeit beschließt eine Gruppe von Täufern, unter ihnen Berthold und Kristina, sich nach Mainz aufzumachen. Dort wurden ihre Glaubensbrüder verhaftet, gefoltert und dem Feuer übergeben. Nun will die Gruppe um Berthold das Werk fortsetzen. Kristina kommen auf dem Weg nach Mainz Zweifel, ob das Missionieren der richtige Weg ist. Doch für Gedankenspiele bleibt keine Zeit, denn schon bald befinden sich die Täufer mitten im Schlachtgewimmel...

"Die Täuferin" ist der Erstling von Jeremiah Pearson im Bereich Historische Romane. Der Autor hat bereits mehrere Drehbücher geschrieben, die zu erfolgreichen Filmen wurden. Mit seine Reihe um den Bund der Freiheit erfüllt er sich nun selbst einen Herzenswunsch. Und der Auftakt kann sich durchaus sehen lassen.

Zu Beginn war ich leicht erschlagen von dem Personenregister. Dieses umfasst nämlich mehrere Seiten und Orte. Ich dachte schon, dass ich nie mit der Handlung klar kommen werde, wenn mich schon das Register so erschreckt. Zum Glück kam es anders.

Die Geschichte wird komplett aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man kapitelweise verschiedenen Figuren, so zum Beispiel der Täuferin Kristina oder dem Krieger Lud. Die Kapitel sind mit den Namen der Charaktere überschrieben, was ich persönlich sehr hilfreich fand. So wusste ich gleich, mit wem ich nun reise, kämpfe oder bete.

Der Roman wird fortlaufend erzählt, allerdings werden manche Begebenheiten von zwei Figuren erzählt. So bekommt man nochmal einen anderen Blick auf wichtige Szenen. Ich fand das eine tolle Idee von Jeremiah Pearson. Denn so konnte ich zum Beispiel die Schlacht nicht nur aus der Sicht eines Kämpfers erleben, sondern auch aus der Perspektive einer unbeteiligten, aber mitfühlenden Person.

Der Autor erschafft in seinem historischen Roman für mich realitätsnahe Figuren. So ist keine Figur frei von Fehlern oder Makeln. Jeder Charakter hat sein Päckchen zu tragen und keine der handelnden Personen wird als nur strahlender Held oder abgrundtiefe Bösewicht dargestellt. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich anfangs die Befürchtung hatte, dass Pearson auch nur einen seichten Roman mit mittelalterlichen Hintergrund erschaffen haben könnte.

Die Story an sich ist spannend und sehr anschaulich erzählt. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt und auch die Details, die der Autor eingebaut hat, fand ich interessant und kurzweilig. Pearson wird bei seinen Beschreibungen allerdings nicht blutrünstig oder ausufernd, sondern bleibt bei Andeutungen. So kann sich der Leser selbst ein Bild machen. Das fand ich toll.

Das Ende hat mich Weinen lassen und lässt genug Platz und Anknüpfungspunkte für die Fortsetzung.

Der Stil von Jeremiah Pearson ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist zu Beginn zwar von vielen Wiederholungen geprägt, das gibt sich aber zum Glück im Laufe der Geschichte.


Fazit: ein toller Auftakt zu einer sicherlich spannenden Reihe um Täufer, Verfolgungen und Glaube. Wer historisches mag, sollte unbedingt zugreifen!

1 Kommentar:

  1. Das Buch ist mir schon aufegfallen und ich freue mich nun die erste rezi dazu lesen zu können. Es wandert nach deiner Rezi nun gleich auf meine WL.
    Liebe Grüße
    Martina

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