Mittwoch, 7. Januar 2015

Viele Details, dennoch spannend

Die Nanolithografie
von Thomas Biehlig

Eine Leseprobe findet ihr hier

Marc Janssen führt Marktanalysen im Bereich der Halbleitertechnik durch. Durch seine Fähigkeiten wird die Kanzlei Navarro auf ihn aufmerksam und wirbt ihn ab. Dort geht das Team der Kanzlei einem Mord an einem Wissenschaftler nach, der angeblich DIE Entdeckung im Bereich der Quantentechnik gemacht hat. Doch nicht nur Marc und seine Kollegen sind auf den Mord aufmerksam geworden, sondern auch eine andere Organisation, die nicht vor Mord und Folter zurückschreckt...

"Die Nanolithografie" ist das Debüt von Thomas Biehlig und der Autor befasst sich in seinem Thriller mit Wirtschaftsspionage, technologischen Quantensprüngen und der Frage: Wem kann man noch trauen? Die Lektüre war durchaus interessant, wenn auch nicht immer durchschaubar.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Zunächst folgt man Marc, seiner Arbeit und seinem Privatleben. Im weiteren Verlauf darf man dann auch Lana, Victor und anderen Mitgliedern der Kanzlei. Das war interessant, wobei mir gerade zum Ende hin die Anzahl der handelnden Figuren zu viel wurde.

Und das ist auch der Knackpunkt an dem Buch: die Anzahl der Figuren. Zu Beginn nimmt sich Thomas Biehlig noch Zeit, gerade Marc und Lana vorzustellen. Das fand ich toll. Im Laufe der Story kommen jedoch so viele neue Personen hinzu, dass ich teilweise den Überblick verloren habe.

Auch hat sich der Autor nicht mehr die Zeit genommen, alle Personen gebührend vorzustellen. Das kann ich auch teilweise nachvollziehen, denn manche Charaktere sind für den Verlauf des Thrillers nicht wichtig genug, als dass sie seitenlang vorgestellt werden müssten. Hier hätte ich eine Personenliste oder einfach eine bessere Vorstellung besser gefunden.

Die wissenschaftlichen Details sind zahlreich und, soweit ich es nachvollziehen konnte, gut recherchiert. Allerdings sind sie häufig nicht laien-geeignet aufbereitet. So habe ich mit einem Physikstudenten Kontakt aufgenommen, damit dieser mir erstmal die Wirkungsweise eines Quantenrechners erklärte. Erst danach erschloss sich mir so manches Detail der Story. Mehr Erklärungen hätte ich toll gefunden.

Der Erzählstil von Thomas Biehlig ist gut zu lesen, wenn auch ab und an verwirrend. Durch die vielen Reisen und auch durch die zahlreichen Physikdetails habe ich manches Mal den Faden verloren. Zwar kam ich immer wieder in die Geschichte hinein, doch wäre ich viel lieber einfach drin geblieben.

Dennoch habe ich mich ingesamt wohl gefühlt beim Lesen. Das Buch eignet sich zwar eher für angehende Physiker oder Leser, die sich sehr stark für Wissenschaft interessieren, aber mit der nötigen Geduld finden auch andere Leser Zugang zum Thriller.


Fazit: ein durchaus spannendes Werk, dem ein paar weniger Details gut getan hätten.  

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