15. Januar 2015

Eine abenteuerliche Reise nach Norwegen

(Quelle: www.luebbe.de)

Eine Leseprobe findet ihr hier

Deutschland, 1907: Emilie ist eine lebenslustige, junge Frau und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich mal ohne Blick auf die Etikette die Welt zu entdecken. Da kommt es gerade gelegen, dass ihr Bruder Max für sein Studium eine Tour nach Norwegen vor sich hat und so gar nicht reisetüchtig ist. Kurzerhand tauschen die beiden die Rollen und setzen sich damit einer ständigen Gefahr aus....
Deutschland, 2013: Hanna dachte, ihre Ehe mit Thorsten sei glücklich. Schließlich haben sie 2 erwachsene Kinder und könnten nun anfangen, wieder die Zweisamkeit zu genießen. Doch Thorsten genießt diese lieber mit einer viel jüngeren Frau und verlässt Hanna Hals über Kopf. Geplättet von so viel Feigheit, reist Hanna nach Norwegen und macht dort die Bekanntschaft ihres Lebens...

"Insel der blauen Gletscher" war mein erster Roman von Christine Kabus und hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es, zwei zunächst unterschiedliche Geschichten über zwei Frauen so zueinander zu bringen, dass ich am Ende zufrieden das Buch zugeschlagen habe.

Die Geschichte wird, wie schon erwähnt, auf zwei Zeitebenen erzählt.
Zum Einen begleitet man Emilie im Jahre 1907. Dabei lernt man nicht nur die damals üblichen Konventionen kennen, nein, man erfährt auch, wie kompliziert und aufwändig das damalige Reisen und Forschen war. Emilie ist, zum Leidwesen ihrer Mutter, ein kleiner Wirbelwind, hat einen eigenen Kopf und scheut sich auch nicht, dies zu zeigen. Durch diese Offen- und Direktheit erschließt sie sich ein wundervolles und spannendes Abenteuer.
Zum Anderen begleitet man im Hier und Jetzt Hanna, eine ehemalige Journalisten und überraschende Ex-Frau. Denn ihr Mann Thorsten stürzt sich mit seiner Geliebten in ein Abenteuer. Doch Hanna versinkt nicht in Schwermut, sondern packt die Gelegenheit beim Schopf und baut sich in kürzester Zeit ein eigenes, neues Leben auf. Dieses führt sie nach Norwegen und zu einer interessanten Bekanntschaft.

Emilie und Hanna sind mir direkt ans Herz gewachsen. Beide Frauen haben ihre Schwächen und Stärken und Christine Kabus scheut sich auch nicht, diese klar herauszustellen. Das hat mir sehr gut gefallen, denn so wirkten die Figuren auf mich authentisch und lebensnah. Auch sind sowohl Hanna als auch Emilie keine Überfrauen, wie sie mir schon öfters in anderen Romanen begegnet sind. Jede der beiden trägt auch Zweifel mit sich herum und nicht immer gelingt alles so, wie sie es sich vorgestellt haben.

Auch die Story an sich hat mich verzaubert. Ich war selbst bisher noch nicht in Norwegen und dennoch konnte ich mir das Land aufgrund der zahlreichen, bildhaften Details von Christine Kabus sehr gut vorstellen. Teilweise fühlte ich mich wie nach Norwegen versetzt und wollte schon die Schlittenhunde anspannen. Auch gelingt es der Autorin die Zeit von 1907 lebendig werden zu lassen. Dabei übertreibt sie nicht, sondern berichtet einfach von Begebenheiten, die sich damals zugetragen haben. Diese lockere und zugleich lehrreichen Erzählungen haben mir sehr gut gefallen.

An manchen Stellen habe ich leise gelächelt, weil der Hang zur Romantik dann doch groß war. Und obwohl ich manches als etwas übertrieben empfand, passten die Szenen an sich sehr gut zum gesamten Roman, so dass ich sagen kann: ein tolles Buch.

Der Stil von Christine Kabus ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihr Erzählweise ist detailreich, sehr bildhaft und so wunderbar schwärmerisch, dass man sich gleich auf nach Norwegen machen möchte.

Fazit: Ein toller Roman, der nicht mein letzter von der Autorin gewesen sein wird. Eine klare Leseempfehlung nicht nur für Norwegen-Fans.


Ein großes Dankeschön geht an den Lübbe-Verlag für die Bereitstellung des Buches.

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