Montag, 15. Dezember 2014

Was uns nicht umbringt, macht uns neurotischer...

Wenn alle Stricke reißen
von Jennifer Bentz

Eine Leseprobe findet ihr hier

Vivien klaut sehr gern und braucht Antidepressiva. Lea moderiert ein Fernsehmagazin und hat ihre Wut nicht unter Kontrolle. Und Tine ist der Inbegriff der Phobikerin, pflegt ihre Hypochondrie mit Liebe und ist Expertin für Therapien. Diese drei Frauen treffen im Wartezimmer ihres Therapeuten aufeinander. Und müssen erkennen, dass sie mehr gemeinsam haben als vermutet. Schnell steht die Idee, dass die Damen eine WG gründen. Und was dann passiert, ist einfach nur der ganz normale Wahnsinn...

"Wenn alle Stricke reißen" ist mein erster Roman von Jennifer Bentz und ich habe das Lesen sehr genossen. Die Autorin beschreibt auf humorvolle Art und Weise das Zusammenleben von drei Frauen, die psychisch nicht ganz auf der Höhe sind.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei folgt man Tine, Lea und Vivien in ihrem täglichen Kampf gegen den ganz normalen Wahnsinn. Ihre Erlebnisse sind dabei zwar ab und an haarsträubend, aber dennoch lebensnah. So fühlte ich mich allen dreien auch sehr nah, denn wer kann sich nicht vorstellen, wie das ist, wenn man sich von Kollegen nicht ernst genommen fühlt, der Ehemann einen betrügt oder das ganze Leben eine einzige Prüfung zu sein scheint?

Vivien, Lea und Tine sind mir sofort sympathisch gewesen. Dabei werden ihre Krankheiten nicht ins Lächerliche gezogen, sondern einfach nur mit einem Augenzwinkern beschrieben. Und wer mal mit Menschen zu tun hatte, die unter bestimmten Störungen leiden, wird erkennen, dass Jennifer Bentz sehr nah an der Realität dran ist. Obwohl ich viel gelacht habe, habe ich genauso mit dem Trio mitgefühlt und mitgekämpft.

Die Geschichte ist wunderbar locker und zugleich fesselnd erzählt. Nach jedem Kapitel wollte ich einfach nur wissen, wie es mit den Dreien weitergeht und konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Jennifer Bentz erzählt mit viel Witz und dem richtigen Blick fürs Detail. Dabei wirken ihre Erzählungen zu keinem Zeitpunkt überzeichnet. Ich habe mit den Figuren und nicht über sie gelacht. Und das finde ich bei einem doch sensiblen Thema wie psychische Krankheiten sehr wichtig.


Fazit: ein Gute-Laune-Buch, das einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Das wird nicht mein letztes Buch von Jennifer Bentz gewesen sein. Ich kann es klar empfehlen.  

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