Mittwoch, 19. November 2014

Schmutzige Geheimnisse kommen immer heraus

Atemnot
(DCI-Lou-Smith-Reihe Band 1)
von Elizabeth Haynes

Eine Leseprobe findet ihr hier

Im kleinen Dorf Morden wird die übel zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Nur Stunden später findet die Polizei eine weitere Leiche in einem Steinbruch. Der erste Fall ist eindeutig Mord, der zweite sieht nach Suizid auf. DCI Louisa Smith, meist Lou gerufen, muss nun ihr erstes Sonderermittlungsteam zusammenstellen, um den beiden Fällen auf den Grund zu gehen. Schon bald stehen die Identitäten der beiden Leichen fest: es handelt sich um Polly und Barbara. Die eine war eine junge Frau, die nicht nur das Leben, sondern auch fremde Betten geliebt hat. Die andere war eine reife Lady, die sich mit Alkohol und Tabletten ihre Welt zurecht gebogen hat. Können die beiden Fälle zusammenhängen und wenn ja, wie?

"Atemnot" war mein erster Thriller von Elizabeth Haynes und hat mich, je weiter die Story fortschritt, einfach nur enttäuscht. Ich mag Thriller, in denen es auch mal sinnliche Szenen gibt oder in denen das Verbrechen in bestimmten Szenen stattfindet, doch das, was die Autorin hier wollte, war einfach zu viel.

Dabei begann der Thriller sehr vielversprechend: eine junge, attraktive Frau, die sich holte, was sie wollte und ein Dorf, bei dem die eine Hälfte diese Frau nackt kannte und die andere sich das Maul über sie zerriss. Und auch der Beginn der Ermittlungen war solide, gewissenhaft und sehr glaubwürdig. Ich war richtig begeistert, da ich dachte, dass ich hier mal wieder sehr gute und tiefgründige Ermittlerarbeit erleben könnte.

Doch dann wendete sich das Blatt: nicht nur, dass es die männlichen Nebenfiguren bei Elizabeth Haynes mit der Treue nicht so genau nahmen (was ja durchaus zur Story passt), NEIN, auch einer der Inspectors musste natürlich auf Freiersfüßen trotz Frau und Kinder wandeln und alles anspringen, was Busen und Po hatte. Was zunächst noch eher amüsant war, wurde im Verlaufe des Buches einfach nur nervig, weil ich das Gefühl bekam, der Inspector denkt nur noch mit einem Körperteil und das war nicht der Kopf.

Darüber hätte ich hinwegsehen können, wenn die Ermittlungen wenigstens weiterhin so spannend gewesen wären. Jedoch war auch das nicht der Fall. Ab einem Punkt kurz vor der Hälfte des Buches war der Fall quasi gelöst und es ging Lou Smith nur noch darum, das Motiv herauszufinden. In jeder anderen Dienststelle wäre die Akte geschlossen worden, doch hier wurde die Ermittlungsarbeit nicht eingestellt, sondern wenig glaubwürdig ausgeweitet. Dass die Autorin dann auch noch Menschenschmuggel und Schiebertätigkeiten miteingebaut hat, setzte dem Ganzen die Krone auf. Für mich wurde die Geschichte nicht glaubwürdiger und in meinen Augen wollte Elizabeth Haynes einfach zu viel.

Das Ende konnte mich dann auch nicht mehr überraschen. Im Gegenteil, hier wurde auch nochmal so manches Klischee aufgefahren, was mich nur noch mit den Augen rollen ließ.

Der Stil von Haynes ist gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise konnte mich zu Beginn wirklich fesseln und hätte es auch weiterhin gekonnt, wenn da nicht dieser Umschwung gewesen wäre.


Fazit: starker Beginn und dann einfach nur noch Käse. Ich kann das Buch nicht empfehlen.

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