Donnerstag, 2. Oktober 2014

Wenn das Schicksal zuschlägt

Hirngespenster
von Ivonne Keller

Eine Leseprobe findet ihr hier

Silvie und Anna sind Schwestern und so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Silvie geht fröhlich durchs Leben, während Anna alles negativ sieht. Doch dann verändert sich alles von einem Tag auf den anderen: Silvie wird auf einmal von Sabina, der Jugendliebe ihres Mannes Johannes gepflegt und Anna taucht, so scheint es, gar nicht mehr auf. Was steckt dahinter?

"Hirngespenster" ist das Debüt von Ivonne Keller und wurde, bevor es als Printbook erschien, 2012 bereits als ebook veröffentlicht. Die Autorin führt ihre Leser in das Leben zweier Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich doch in so vielen Dingen gleichen.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Zeiten erzählt. Zum Einen erzählt Silvie aus der Ich-Perspektive sowohl über ihren jetztigen Zustand als auch über ihre Vergangenheit. Aus der Erzählersicht erfährt man, wie es Silvies Schwester Anna und Johannes' Jugendliebe Sabina ergeht. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen, denn die Spannung wächst dadurch von Seite zu Seite und ich erkannte beim Lesen, dass selbst enge Familienmitglieder nur das sehen, was sie sehen wollen.

Die Story selbst ist sehr fesselnd und einfühlsam erzählt. Ivonne Keller betrachtet 2 Familien, die ihre ganz eigenen Probleme haben und lässt ihre Leser sehr tief in die Problematiken eintauchen. Da ist zum einen die Ehe von Silvie, die schon von Beginn an auf der Kippe steht. Auf der anderen Seite ist Anna, die ihrem Mann Matthias fast hörig ist und versucht, durch Ticks und Tabletten ihr Leben in Ordnung zu halten. Obwohl sich viele dramatische Begebenheiten auf diese 2 Familien konzentrieren, wirkten die Szenen realitätsnah und sehr gut recherchiert.

Ich konnte mich sowohl in Silvie als auch teilweise in Anna hineinversetzen. Die Figuren, die von der Autorin erschaffen worden sind, sind keine Sympathieträger oder lassen sich in Gut und Böse einteilen. Jede Person hat ihre Grautöne und seien sie noch so dunkel oder hell. Manche Figur konnte ich mit Vorliebe sehr unsympathisch finden, bei anderen kam nur Mitleid oder Mitgefühl hoch. Und da gab es noch die eine Figur, die ich am liebsten erwürgt hätte. Solche Emotionen gegenüber den handelnden Figuren lösen nur wenige Autoren bei mir aus.

Einen Kritikpunkt habe ich an der Geschichte und das ist das Ende. Der gesamte Roman ist so realitätsnah und wirklich, da wirkte das Ende auf mich fast kitschig und herbeigezaubert. Dennoch hatte ich beim Lesen Spaß und habe das ein oder andere Mal schwer schlucken müssen.

Der Stil von Ivonne Keller ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise hat mich von Beginn an gefangen genommen und mich erst am Ende wieder losgelassen.


Fazit: ein tolles Debüt, welches Aufmerksamkeit verdient. Eine klare Leseempfehlung für alle, die Dramen lieben.

Kommentare:

  1. Dieses Buch zieht definitv sehr bald bei mir ein, denn ich hatte es schon lange auf meiner Wunschliste. Nun ist es endlich als Taschenbuch erschienen!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Das ist eine sehr gute Entscheidung. Das nächste Buch von Ivonne Keller soll nächstes Jahr als Printausgabe erscheinen *freu*
      LG
      Denise

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