28. Oktober 2014

Russland von seiner rauen und zugleich schönen Seite

Dunkle Wälder, ferne Sehnsucht
(Wolga-Siedler Band 2)
von Martina Sahler

Eine Leseprobe findet ihr hier

14 Jahre sind vergangen, seit die Weber-Schwestern dem Ruf von Katharina der Großen nach Russland gefolgt sind. Klara fühlt sich mit ihrem Mann Sebastian und ihren Kindern in der Dorfgemeinschaft sehr wohl. Eleonora hat es in die größere Stadt Saratow gezogen, in der sie mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen lebt. Christina hat Karriere in St. Petersburg gemacht und führt ein erfolgreiches Modehaus. Es scheint, als könnten alle drei in Ruhe und Frieden leben. Doch die Veränderungen in Russland und persönliche Verstrickungen und Intrigen zwingen die Schwestern zu immer wieder neuen Kämpfen...

"Dunkle Wälder, ferne Sehnsucht" ist mein erster Roman von Martina Sahler und er hat mir richtig gut gefallen. Die Geschichte der 3 Schwestern ist bereits Band 2 der Reihe. Obwohl ich den ersten Teil nicht kenne, konnte ich mich sofort in das Geschehen und die Figuren hineinversetzen.

Der Roman wird komplett aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei begleitet man abwechselnd die 3 Weber-Schwestern, von denen jede auf ihre Art ihr Glück gefunden zu haben scheint. Dennoch warten Schicksalschläge, Intrigen und vieles mehr auf sie, so dass die Geschichte zugleich etwas fürs Herz ist und für Spannung sorgt.

Die Figuren werden von Martina Sahler sowohl mit guten als auch weniger guten Seiten ausgestattet, so dass man nicht nur Sympathie oder Antipathie empfindet. Gut, es gibt eine spezielle Figur, bei der ich das kalte Grausen bekommen habe, aber ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Aber auch diesen Unsympathen hat die Autorin sehr gut hinbekommen, so dass ich ihn mit Leidenschaft hassen konnte. Das bekommen nicht viele hin.

Die Geschichte selbst wird flüssig und relativ zügig erzählt. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Details und Tiefe gewünscht, dennoch ist die Story alles in allem rund und in sich schlüssig. Das Ende lässt genügend offene Stränge, so dass ich mir mehr als eine Fortsetzung sehr gut vorstellen kann, die nicht erzwungen wirken.

Der Stil von Martina Sahler ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise hat mich direkt gefangen genommen und durch das Personenregister und die Einstreungen während der Geschichte konnte dem Geschehen auch ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes sehr gut folgen.


Fazit: wer sich gern nach Russland entführen lassen möchte, ist hier genau richtig. Eine klare Leseempfehlung von mir.

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