Samstag, 4. Oktober 2014

Krebs ist noch lange kein Grund schlapp zu machen

Du und ich für immer
von Pamela Ribon

Eine Leseprobe findet ihr hier

Danielle und ihre beste Freundin Smidge gönnen sich jedes Jahr einen Mädelsurlaub. Auch dieses Jahr freut sich Danielle wie wahnsinnig auf die freien Tage mit ihrer Freundin. Doch es kommt anders als gedacht: Smidge gesteht ihr nämlich, dass sie an Krebs erkrankt ist und nicht kämpfen wird. Von dieser Nachricht geschockt, stimmt Danielle dem letzten Wunsch ihrer besten Freundin zu: sie soll das Leben von Smidge übernehmen, wenn Smidge nicht mehr ist. Aber wie soll das funktionieren?

"Du und ich für immer" ist das Romandebüt von Pamela Ribon. Die Autorin hat sich vorher schon als Drehbuchautorin und Bloggerin einen Namen in den USA gemacht. Mir selbst war sie bis zu diesem Roman unbekannt. Und ihr Buch hat mich anders erwischt, als ich es erwartet hatte.

Von der Covergestaltung her hatte ich ein Buch fürs Herz und eher leichte, seichte Unterhaltung erwartet. Doch die Geschichte ist alles andere als leicht und herzerwärmend. Denn die Autorin greift zu einem heißen Eisen: Lungenkrebs und wie man damit umgeht. Und ihre Figur Smidge geht den härtesten Weg, den man sich freiwillig aussuchen kann, in dem sie jede Art von Behandlung und Hilfe ablehnt. Nicht mal ihre Familie weiß, was mit ihr los ist. Nur eine Frau wird eingeweiht, ihre beste Freundin Danielle. Und für diese ist es härter, als sie sich es vorstellen konnte.

Die Geschichte wird von Danielle selbst erzählt. Jedoch berichtet sie über ihre Gedanken, Gefühle und Zweifel nicht dem Leser, sondern Smidges Tochter Jennifer. Sie rechtfertigt sich in diesem Roman für so manche Entscheidung, die sie getroffen hat und versucht gleichzeitig, Jenny begreiflich zu machen, was das besondere an ihrer Mutter war.

Danach musste ich auch lang suchen, denn Smidge ist kontrollsüchtig, bösartig offen und akzeptiert keine andere Meinung als ihre. Selbst Danielle muss sich ihren Befehlen beugen. Das hat mich verwundert, ich hätte es mit dieser Frau keine 3 Minuten in einem Raum ausgehalten. Doch Danielle und Smidge verbindet eine tiefe Freundschaft, da Smidge für Danielle da war, als es niemand anderen gab. Und auch wenn ich die fiese, kleine Smidge mit Genußgehasst habe, so wurde mir am Ende bewusst, warum sie so ist, wie sie ist. Pamela Ribon stößt ihren Leser jedoch nicht mit der Nase drauf, sondern entwickelt Gedankengänge mit Danielle, die den Leser stutzen und überlegen lassen. Das hat mir gut gefallen.

Im Klappentext wird eine Liebesgeschichte angedeutet, die im Roman jedoch kaum Beachtung findet. Im Mittelpunkt stehen ganz klar Smidge und ihr Plan ihr Leben Danielle zu übergeben. Wer also auf Romantik gehofft hat, ist bei dem Buch falsch.

Das Ende hat mich in dem Sinne nicht überrascht. Es war einfach passend und der Roman hat auf dieses Finale hingearbeitet.

Der Stil von Pamela Ribon hat mir sehr gut gefallen. Ihre Erzählweise ist locker, manchmal überzeichnet, aber nie kitschig oder seicht. Das fand ich super.


Fazit: ein großartiges Buch für einen Nachmittag, das nicht so leicht ist, wie es anmutet. Dennoch kann ich den Roman empfehlen.



Ein großes Dankeschön an den Blanvalet-Verlag für die Zurverfügungstellung des Buches.

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