30. Oktober 2014

Ein Mann, eine Mission

Spycatcher - Ein Tod ist nicht genug
(Spycatcher-Reihe Band 1)
von Matthew Dunn

Eine Leseprobe findet ihr hier

Will Cochrane ist der geheimste Agent des MI6. So geheim, dass nur 2 Menschen in Großbritannien wissen, dass er für die Agentur arbeitet. Er erfüllt seine Missionen präzise, tötet effizient und sauber. Dabei hinterlässt er keine Kollateralschäden. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass er für eine besonders gefährliche Mission ausgewählt wird: er soll einen hochrangigen, iranischen Terroristen stellen, bevor dieser einen Anschlag ungeahnter Größe verüben kann. Doch Will weiß nicht, dass dieser Fall für ihn schnell eine sehr persönliche Note bekommt...

"Spycatcher – Ein Tod ist nicht genug" ist der erste Teil der Spycatcher – Reihe von Matthew Dunn. Der Autor arbeitete selbst einige Zeit lang beim MI6 und kann somit sehr realitätsnah aus dem Alltag dort berichten. Nach der Lektüre eines Spionagethrillers kann ich sagen, dass Will Cochrane eher was für männliche Leser ist.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei wird man direkt in das Geschehen geworfen, ohne zu wissen, wer Will Cochrane ist und wie seine Aufträge lauten. Zu Beginn fand ich dies verwirrend, doch je länger ich gelesen habe, desto mehr passte diese bewusste Desinformation zur Story. Denn welcher Geheimagent verrät sofort alles, wenn man ihn höflich danach fragt?

Der Thriller ist spannend, jedoch an manchen Stellen eher langatmig. Matthew Dunn ergeht sich in vielen Lagebesprechungen, Verfolgungen und Wegbeschreibungen. Was für seine Figuren immens wichtig ist, wirkte auf mich als Leserin schnell eintönig. Wobei ich mir sehr gut vorstellen kann, dass Fans von Spionagethrillern hier voll auf ihre Kosten kommen, denn man ist fast minutiös bei den verschiedenen Einsätzen dabei.

Das Finale war für mich vorhersehbar, was aber durchaus daran liegen kann, dass der Autor auf eine doch recht beliebte Auflösung zurückgreift. Für die Geschichte selbst ist das Ende passend.

Die Figuren, allen voran der Agent Cochrane, strotzen nur so vor Testosteron und Einsatzwillen. Die männlichen Figuren sind wahre Kampfmaschinen, denen auch ein glatter Durchschuss nichts ausmacht. Und dennoch haben sie alle ein Gewissen, unterscheiden zwischen Gut und Böse und retten die Unschuldigen. Diese Mischung passt perfekt zu der actionreichen, teilweise brutalen und blutigen Story. Hier hat der Autor die perfekten Charaktere für seine Geschichte erschaffen.

Der Stil von Matthew Dunn ist sehr gut zu lesen, wenn man sich mal an die vielen Details und verschlungenen Wege gewöhnt hat. Er macht nicht viel Federlesens um die Emotionen seiner agierenden Figuren, sondern konzentriert sich voll und ganz auf das Geschehen.


Fazit: ein doch gelungener Spionagethriller, der vor allem Fans des Genres Spaß machen wird. Ich selbst kann den Thriller nur eingeschränkt empfehlen.

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