31. Oktober 2014

Ein geschlossener Geist birgt Gefahren

(Quelle: www.lovelybooks.de )
Open Minds - Gefährliche Gedanken
(Mindjack - Trilogie Band 1)
von Susan Kaye Quinn

Kira ist eine Null in der Welt der Leser. Während alle um sie herum Gedanken lesen und austauschen können, kann sie weder das eine noch das andere. Damit ist sie für ihre Mitschüler und ihre Umwelt suspekt und rangiert auf der Beliebtheitsskala in der Nähe einer Kakerlake. Einzig ihr bester Freund Raf steht zu ihr. Bei einer gemeinsamen Lernstunde im Chemielabor kommt es dann zu einem Unglück: als Raf versucht Kira zu küssen, knockt sie ihn mental aus. Ist das endlich der heißersehnte Wandel oder doch etwas viel weitreichenderes?

"Open Minds – Gefährliche Gedanken" ist der Auftakt zur Mindjack-Trilogie von Susan Kaye Quinn. Der Jugendroman dreht sich um eine Welt in der Zukunft, in der alle Menschen sich nur noch per Gedankenwellen austauschen und jeder, der dies nicht kann, ausgegrenzt und abschätzig behandelt wird. Kira ist so jemand, bis sie plötzlich Kräfte entwickelt, die nicht nur sie staunen lassen.

Die Geschichte wird von der Hauptfigur höchstselbst erzählt. Zu Beginn ist Kira eher eingeschüchtert, im Laufe des Romans gewinnt sie jedoch immer mehr an Selbstvertrauen. Diese Wandlung hat mir sehr gut gefallen, zudem sie auch sehr gut nachvollziehbar war. Kira war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist ein Mädchen, was sich immer weniger gefallen lässt und dadurch an Stärke gewinnt, die weder übertrieben noch verklärt ist. Toll!

Die Story selbst ist spannend und fesselnd erzählt. An manchen Stellen habe ich zwar leise geschmunzelt, weil die Autorin doch so manches Klischee, wie zum Beispiel eine Dreiecksgeschichte, unbedingt in den Roman einbauen wollte. Aber insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. An einigen Stellen merkt man halt noch, dass dem Buch ein professionelles Lektorat fehlt, aber das tut dem Charme der gesamten Geschichte keinen Abbruch.

Zwischendurch hätte ich mir mehr Details von Susan K. Quinn gewünscht. Warum zum Beispiel alle Gedanken lesen können, wird nur sehr kurz angerissen. Hier hätte ich mir mehr Tiefe und Rückblicke gewünscht.

Das Ende des ersten Bandes lässt genügend Punkte, die im zweiten Buch behandelt werden können, offen. Jedoch hinterlässt die Autorin keinen miesen Cliffhanger, was ich sehr angenehm finde.

Der Stil von Susan K. Quinn ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise passt sehr gut zu einer Jugendlichen und auch ihre Ausdrucksweise ist weder gestelzt noch übertrieben. Super!

Fazit: "Open Minds" ist ein solider Auftakt zu einer Trilogie. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich auch gern mal an Indie-Autoren versucht.


Ein großes Dankeschön an den Übersetzer Michael Drecker für die Zurverfügungstellung des ebooks!


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