Freitag, 3. Oktober 2014

Die Bombe und der Dom

Amen
von Rudi Jagusch

Eine Leseprobe findet ihr hier

Nach seinem Herzinfarkt im Dienst lässt es der Polizist Martin Landgräf ruhiger angehen. Immer noch dienstunfähig, besucht er jeden Morgen den Kölner Dom. Er genießt die Ruhe und Andächtigkeit dort. Daher ist es auch verwunderlich, dass an einem Morgen der Domschweizer rufend an ihm vorbeirennt. Kennt der denn keinen Respekt vor dem Gotteshaus? Doch Sekunden später wird Landgräf klar, vor was der Domschweizer geflohen ist: vor dem Altar steht Nero, ein gesuchter Verbrecher, und droht damit, sich und den gesamten Dom in die Luft zu sprengen, wenn seine Forderungen nicht erfüllt werden. Und Landgräf muss als Verbindungsmann herhalten...

"Amen" ist das Thriller-Debüt von Rudi Jagusch. Vor diesem Roman hat der Autor schon einige Regionalkrimis geschrieben. "Amen" ist mein erstes Buch von ihm und ich bin sehr zufrieden.

Die Geschichte beginnt sofort mit einem Paukenschlag, nämlich mit der Flucht des Domschweizers aus dem Kölner Dom. Danach geht es Schlag auf Schlag und mittendrin befindet sich Landgräf, der eigentlich noch gar nicht für diese Aufregung bereit ist. Aus der Erzählerperspektive erlebt man hautnah mit, wie Nero seine Drohung ausstößt und sogar mit weiteren Anschlägen droht, wenn seine Forderungen nicht erfüllt werden. Neben den aktuellen Geschehnissen wirft der Autor auch immer wieder mal einen Blick in die Vergangenheit, um den Leser klar zu machen, wie es zu dieser Situation kommen konnte.

Dabei legt Rudi Jagusch ein besonderes Augenmerk auf den Täter und nicht auf die Ermittler. Über die ermittelnden Kollegen erfährt man sogar recht wenig, ihre Charakterisierungen bleiben knapp und knackig. Über Nero hingegen erfährt man so einige Details, die zeigen, dass der Mann nicht erst seit seinem Vorhaben im Kölner Dom zur Gewalt neigt. Diese Abweichung vom Standard-Thriller, in dem die Ermittler die Hauptrolle spielen, hat mir sehr gut gefallen.

Das Ende hat mich nur teilweise überrascht. Ein Komplize von Nero war mir relativ schnell klar, aber der Rest blieb für mich bis zum Schluss im Dunkeln. Auch die Lösung, die Rudi Jagusch gefunden hat, hat mir sehr gut gefallen. Denn er weicht wieder mal vom Altbekannten ab. Toll!

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise hat mich von Beginn an gefesselt, wobei ich, je weiter der Thriller fortgeschritten ist, immer tiefer ins Buch gekrochen bin, weil ich einfach wissen wollte, wie es denn nun ausgeht.


Fazit: das Thriller-Debüt ist dem Autoren gelungen. Ich kann es empfehlen!

1 Kommentar:

  1. Oh ja, ich fand das Buch auch richtig klasse!
    Liebe Grüße
    Martina

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