Mittwoch, 1. Oktober 2014

2 Tote, eine Legende

Der König und die Totenleserin
(Totenleserin - Reihe Band 3)
von Ariana Franklin

Eine Leseprobe findet ihr hier

Die Totenleserin Adelia wird vom englischen König Henry II. mit einem besonderen Auftrag betraut: sie soll nach Glastonbury reisen und sich dort die Skelette zweier Menschen anschauen. Denn die dortige Abtei glaubt, dass es die sterblichen Überreste König Artus seien, die im geweihten Boden gefunden wurden. Adelia macht sich mit ihren Freunden auf den Weg und muss bei ihrer Ankunft feststellen, dass nicht jeder mit dieser Untersuchung einverstanden ist...

"Der König und die Totenleserin" ist bereits der 3. Band der Totenleserin – Reihe von Ariana Franklin. Für mich war es aber das erste Buch der Autorin. Der Roman hat mich unterhalten, allerdings hatte ich etwas anderes erwartet.

Zuerst möchte ich anmerken, dass es durchaus sinnvoll ist, die Reihe chronologisch zu lesen. Im 3. Band wird bereits viel Vorwissen vorausgesetzt, welches mir fehlte. Dennoch kam ich nach einer Eingewöhnung mit dem Buch sehr gut klar.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben, man folgt aber zum Großteil Adelia und ihren Wegen. Und Adelia ist eine weit gereiste, mutige und manchmal auch sehr dickköpfige Frau. Sie darf sich in England nicht als Pathologin und Ärztin outen, da ihr niemand glauben würde oder sie sogar als Hexe verunglimpft wird. So muss ihr arabischer Begleiter Mansur als Strohfigur herhalten. Dieses Arrangement erscheint mir durchaus realitätsnah.

Wer nun allerdings, so wie ich, gehofft hat, mehr über die Pathologie des Mittelalters zu erfahren, wird enttäuscht. Die medizinischen Details und die Untersuchungen nehmen nur einen geringen Teil der Geschichte ein. Im Großen und Ganzen geht es um Intrigen, Betrügereien und die Gefahr um Leib und Leben. Somit unterscheidet sich die Totenleserin nicht viel von anderen Romanen, die zu der Zeit spielen. Das finde ich sehr schade, denn Adelia bietet so einiges Potenzial.

Obwohl ich enttäuscht ob der wenigen medizinischen Details war, empfand ich das Lesen als kurzweilig und durchaus spannend. Ariana Franklin wartet mit der ein oder anderen Überraschung auf und macht so der Zuordnung "historischer Krimi" alle Ehre. Auch geht es erfrischenderweise mal nicht alle 10 Seiten um Liebesspiele, wie es mir schon in anderen "historischen" Romanen begegnet ist. Toll.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist vergleichsweise modern, wenn man bedenkt, dass ihr Roman im 12. Jahrhundert spielt. Allerdings streut sie auch die ein oder andere lateinische oder französische Vokabel ein, so dass zumindest der Anstrich der Realitätsnähe gewahrt bleibt.


Fazit: ein gute Geschichte, die aber dennoch Luft nach oben hatte. Wer leichte, geschichtlich angehauchte Bücher mag, kann zugreifen.

Kommentare:

  1. Ich habe Teil 1 und 2 gelesen und der erste teil gefiel mir sehr gut!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hi Martina,
      ich überlege aktuell, ob ich mich mal an Teil 1 heran wage. Ich denke, da wird so einiges erklärt, oder?

      LG
      Denise

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