28. September 2014

Grausamer als Band 1, aber ein würdiger Nachfolger

Memento - Die Feuerblume
(Memento - Reihe Band 2)
von Julianna Baggott

Eine Leseprobe findet ihr hier

Pressia, Bradwell und El Capitán wollen eine Armee aufbauen um das Kapitol anzugreifen. Währenddessen finden Partridge und Lyda Schutz bei den Müttern, einer Gruppe von Frauen, die mit ihren Kindern verschmolzen sind. Dort zeichnen die beiden Reinen Karten des Kapitols, die die Planung eines Angriffs leichter machen sollen. Außerhalb des Kapitols wird ein kleines Mädchen aufgegriffen. Sie wirkt rein, doch schnell erkennen Pressia und ihre Freunde, dass die Kleine mal eine Unglückselige war, so wie sie. Das Kapitol hat das Mädchen gereinigt und ihr eine Botschaft eingetrichtert. Eine Botschaft, die das Ende für alle Unglückseligen bedeuten könnte...

"Memento – Die Feuerblume" ist der 2. Teil der Memento – Trilogie von Julianna Baggott. Während man in Band 1 noch die Welt von Pressia und Co. kennengelernt hat, konzentriert sich der zweite Roman vollständig auf den Kampf gegen das Kapitol.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet, dabei folgt man aber kapitelweise verschiedenen Personen. So erfährt man nicht nur, wie Pressia, Bradwell und El Capitán eine Armee aufbauen und Nachforschungen anstellen, sondern begleitet auch Partridge und Lyda auf ihrer Reise mit den Müttern. Diese Wechsel haben mir sehr gut gefallen, da ich somit über alle Gegebenheiten Bescheid wusste und einige Schlüsse ziehen konnte, die den Figuren noch verborgen blieben.

Die Story selbst ist in meinen Augen grausamer, aber auch nachdenklicher als im Vorgänger. Jetzt kommt es immer wieder zu blutigen Zusammenstößen mit den Spezialkräften aus dem Kapitol oder mit mutierten Wesen in den Dustlands. Zudem werden die Pläne des Kapitolregenten Willux immer deutlicher und die Nachforschungen, die Pressia und ihre Freunde anstellen, lassen erahnen, wie krank der Regent schon vor dem Abwurf der Bomben war. Mich hat es entsetzt, wie wenig Wert ein Leben für diesen Mann hat und wie egoistisch er seine Pläne verfolgt. Auch vor den brutalsten Methoden schreckt er nicht zurück, wie man ja schon teilweise in Band 1 erleben musste.

Der Roman endet mit einem Cliffhanger, der mich sehr neugierig auf den Abschlussband gemacht hat.

Die Figuren, ganz besonders El Capitán, machen eine deutliche Wandlung durch und zeigen nun auch mal Emotionen. Im ersten Band wirkten viele der Personen kühl, ja fast starr. In "Die Feuerblume" tauen sie nun auf und gewähren einen Einblick in ihre Vergangenheit und in ihre Gefühlswelt. Dadurch wirken sie menschlicher und näher. Das hat mir sehr gut gefallen.

Der Stil von Julianna Baggott lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Passend zu ihren Figuren wird auch ihre Erzählweise sanfter, aber keinesfalls schonender. Kämpfe, Tote und Verletzungen beschreibt sie weiterhin so emotionslos und distanziert, wie ich es von ihr aus ihrem ersten Buch kenne.


Fazit: eine tolle Fortsetzung, die mich gespannt auf das Finale warten lässt. Eine klare Leseempfehlung.

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