Dienstag, 16. September 2014

Erster Fall für Lorenz Rasper und sein Team

Sterbenszeit
(Lorenz-Rasper-Reihe Band 1)
von Michael Kibler

Eine  Leseprobe findet ihr hier

Ricarda Zöller wird an einen grausamen Tatort gerufen: ein Neugeborenes wird erschossen aufgefunden. So gefühlskalt die Tat ist, so unlösbar scheint er auch. Bis die Kollegen der Spurensicherung feststellen, dass die Tatwaffe bereits bei einem anderen Mord benutzt wurde. Damals wurde ein Banker erschossen. Doch wie hängen die Fälle zusammen, wenn sie überhaupt zusammenhängen? Ricarda wendet sich an Lorenz Rasper vom BKA. Gemeinsam ermitteln sie und entdecken bald, dass der Fall größer ist als gedacht...

"Sterbenszeit" ist der erste Band der Reihe um Lorenz Rasper. Michael Kibler ist durch seine Krimis mit den Ermittlern Horndeich und Hesgart aus Darmstadt bekannt. Mit Rasper vom BKA geht er nun einen neuen Weg und, wie ich finde, einen sehr spannenden dazu.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei folgt man nicht nur Ricarda und Lorenz, sondern auch den Kollegen, die sich ebenso auf Spurensuche begeben. Zwar stehen der Kollege vom BKA und seine Ermittlerin vor Ort im Vordergrund, jedoch nicht so stark, dass man darüber das Team vergessen könnte. Das finde ich sehr gut und realitätsnah gelöst.

Der Krimi selbst ist spannend und fesselnd erzählt. Ich war zu Beginn ebenso ratlos wie die Ermittler, hatte dann aber zügig einen Verdacht zum Motiv, nur der Täter fehlte mir. Und er fehlte mir bis zu dem Punkt, an dem das Team den entscheidenden Hinweis bekam. Dann schloss sich der Kreis und alles, was bis dahin geschehen ist, ergab einen Sinn. Motiv und Täter sind nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern werden logisch aufgebaut und dabei zeigt Michael Kibler auch, wie gute Ermittlungen funktionieren. Denn der Star in "Sterbenszeit" ist nicht die technische Unterstützung (die aber nicht außen vorgelassen wird), sondern einfach der menschliche Verstand und der Spürsinn der Ermittler. Toll!

Neben den Ermittlungen erfährt man auch einiges aus dem Privatleben der Teammitglieder. Dabei wartet der Autor dort ebenso mit mancher Überraschung auf, die mir teilweise den Mund hat offen stehen lassen. Allerdings hält Michael Kibler das Gleichgewicht zwischen Ermittlungen und Privatleben. Das hat mir sehr gut gefallen.

Lorenz Rasper und sein Team sind um einiges abgeklärter als die Kollegen aus Darmstadt. Während es da auch mal humorig zuging, ist das Team des BKA vollkommen auf seine Arbeit konzentriert. Mich persönlich hat das nicht gestört, hoffe aber, dass die Kollegen vom BKA in den nächsten Bänden lockerer werden.

Der Stil von Michael Kibler ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, detailreich, wo es sein muss und oberflächlich, wo es nötig ist. Diese Mischung passt perfekt zu seinem Krimi.

Fazit: ein toller Auftakt zu einer hoffentlich vielbändigen Reihe. Eine klare Leseempfehlung.


Ein großes Dankeschön an den Piper-Verlag für die Zuverfügungstellung des Buches!

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