24. August 2014

puristische Erzählung über das Ende der Welt

Jetzt
von Leon Reiter

Eine Leseprobe findet ihr hier

In Spanien geht ein Laserexperiment gehörig schief: Professor Sivamani reißt mit seinem Laser ein Loch in die Zeit. Um genauer zu sein zig Löcher. Und sie vermehren sich! Daher beschließt der Professor ein kleines Team aus 4 Wissenschaftlern zusammenzustellen, dass durch die Pocket genannten Zeitrisse gehen soll. Das Ziel: das Experiment noch vor dem Stattfinden zu sabotieren. Allerdings weiß niemand, welche Pocket wohin führt und das Team begibt sich auf gefährliche Reisen...

"Jetzt" ist das Debüt von Leon Reiter und hat mir gut gefallen. Der Autor entführt seine Leser in ein Szenario, was sowohl Träume erfüllen als auch den Untergang der Welt bedeuten kann.

Die Geschichte wird die gesamte Zeit aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man zum Großteil dem Team aus 4 Wissenschaftlern und begleitet sie in die verschiedenen Pockets. Die Story hat in meinen Augen kein Anfang und kein Ende. Man wird direkt zu Beginn einfach hineingeworfen und nach der letzten Seite hatte ich noch ein großes Fragezeichen im Gesicht. Der Roman ist also genauso paradox wie es die beschriebenen Zeitreisen sind. Das hat mich fasziniert.

Zu den Figuren konnte ich keinen Draht aufbauen, was mich aber in diesem Fall gar nicht gestört hat. Ich konnte weder Sympathie noch Antipathie empfinden. Ich war viel zu sehr darauf konzentriert, gemeinsam mit dem Team die Pockets und ihre Auswirkungen zu erforschen.

Der Stil von Leon Reiter ist so puristisch wie seine Geschichte. Er verschwendet kaum ein Wort für Gefühle oder ähnliches, zeigt seinem Leser aber umso deutlicher die wissenschaftliche Seite seines Thrillers auf. Die Erzählweise des Autors wirkt unterkühlt, nüchtern, ja fast teilnahmslos. Und dennoch konnte mich genau diese Art und Weise fesseln, da sie so gut zum Thema passte.

Allerdings glaube ich auch, dass dieser Stil nicht für jeden Leser was ist und empfehle einen Blick in die Leseprobe zu werfen!


Fazit: ein kühler, aber dennoch faszinierender Roman über Zeitreisen. Wer mit einem eher ungewohnten Stil klarkommt, sollte zugreifen.


Ein großes Dankeschön geht an den Piper-Verlag für die Bereistellung des Buches.

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