Montag, 11. August 2014

motzende Polizisten und wenig Thrill

Dunkles Blut
(Logan-McRae-Reihe Band 6)
von Stuart MacBride

Eine Leseprobe findet ihr hier

Detective Sergeant Logan McRae hat es nicht einfach: seine Vorgesetzte Steel schüttet ihn mit Fällen zu, seine Kollegen verdrücken sich, sobald es geht und jetzt muss er auch noch helfen, einen freigelassenen Sexualstraftäter zu überwachen. Bei seinem Glück bekommt die Presse auch schnell heraus, wo der Täter untergebracht ist und provoziert dadurch einen öffentlichen Aufschrei. Als wäre das noch nicht genug, verschwindet ein Informant spurlos. Wie soll McRae das nur alles unter einen Hut bringen?

"Dunkles Blut" war mein erster Thriller von Stuart MacBride, er ist aber bereits Band 6 der Logan-McRae-Reihe. Für mich wird es allerdings auch der letzte Band dieser Reihe und wahrscheinlich auch des Autors gewesen sein.

Die Story klingt vom Klappentext her hochinteressant: ein Sexualstraftäter kommt frei, ist augenscheinlich geläutert und will einfach nur in Ruhe leben. Dennoch muss er unter Polizeischutz und -überwachung gestellt werden, da er immer noch als gefährlich gilt. Doch dieser spannend klingende Plot geht in den anderen Fällen von McRae fast unter. Der Sergeant ist so überarbeitet und muss sich um so viele Fälle kümmern, dass er zu einem solch wichtigen Fall gar nicht kommt. Sehr schade.

Zudem scheint es bei der schottischen Polizei üblich zu sein, dass man sich gegenseitig beschimpft, keinen Respekt voreinander hat und sogar versucht, andere Kollegen auszuspielen. Klar, in jedem Job gibt es Intrigen, Gerüchte und ähnliches, aber in McRaes Abteilung nimmt es doch sehr ausufernde und dadurch unglaubwürdige Züge an.

Zudem bedient sich der Autor bei den schlimmsten Klischees: Chefin Steel ist lesbisch, dauerspitz und baggert alles Weibliche an, was nicht bei 3 auf dem Baum ist, McRae hat ein Alkohol- und Gewaltproblem, sein Kollege Bob furzt alle Nase lang und verpestet die Luft. Das war für mich irgendwann nicht mehr lesbar, obwohl ich bis zum Schluss durchgehalten habe.

Und ich habe nur deshalb durchgehalten, weil ich unbedingt wissen wollte, wie alles zusammenhängt. Nun ja, das hätte ich mir auch sparen können. Die Auflösung war in meinen Augen sehr weit hergeholt, wenn auch menschlich teilweise verständlich.

Stuart MacBrides Thriller werden als besonders hart und modern beschrieben. Also genau mein Ding. Doch das Einzige was hart an "Dunkles Blut" war, waren die Ausdrucks- und Vorgehensweise der Polizisten. Weder waren die beschriebenen Verbrechen schlafraubend, noch die Ermittlungen besonders spannend. MacBride verzettelt sich in zu vielen kleinen Fällen, als dass es irgendwie interessant werden könnte.


Fazit: Hart? NEIN! Modern? Nicht wirklich. Wer gute Thriller sucht, sollte um diesen hier einen großen Bogen machen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen