8. Juli 2014

Thriller? Nein! Aber Spannung und Nervenkitzel bis zum Schluss

Quelle: www.angela-planert.de

¿Identität?: Sehnsucht und Vergessen
von Angela Planert

Katharina fliegt im Auftrag ihrer Firma nach Kolumbien. Mit diesem Auftrag kommt sie ihrem Traum von einem Leben in Kolumbien ein Stück näher. Bei der Präsentation in der Partnerfirma wird sie auf den Geschäftsführer Antonio aufmerksam. Der attraktive Mann sitzt im Rollstuhl, was ihn aber nicht weiter zu behindern schient. Mit der Zeit kommen sich die beiden näher und Katharina lernt Antonio von einer anderen Seite kennen. Und auch Bogota hält so manche, nicht gerade angenehme Überraschung für sie bereit...

"¿Identität?: Sehnsucht und Vergessen" war mein erstes Buch von der mir bis dahin unbekannten Schriftstellerin Angela Planert. Jedoch hat mich die Kurzbeschreibung neugierig gemacht und so stürzte ich mich auf das Buch. Im Nachhinein keine schlechte Entscheidung.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet, jedoch liegt das Hauptaugenmerk abwechselnd auf Katharina und Antonio. Diesen beiden sind auch die Hauptfiguren in dem Roman. Die Story selbst ist spannend und lebhaft erzählt. Zu Beginn erlebt man mit den Beiden das Aufblühen ihrer Liebe, im weiteren Geschehen wird diese aber auf eine harte Probe gestellt, als der Privatermittler von Antonio ungeheuerliche Details aus der Vergangenheit ans Licht bringt. Dieser Bogen hat mir sehr gut gefallen.

Der Roman wird auch als Thriller beworben. So sehe ich ihn nicht. Für mich war "¿Identität?" eine Mischung aus Romantik, Abenteuer und Nervenkitzel. Und der Nervenkitzel kommt erst gegen Mitte des Buches zum Tragen, was für mich vollkommen okay war, aber einen Thriller-Fan eventuell schon zum Aufgeben bewegt hätte.

Obwohl ich die Geschichte spannend und sehr lesenswert finde, gibt es doch ein paar Kritikpunkte: der arme Antonio muss eine Menge über sich ergehen lassen und gerade diese Szenen (ich möchte nicht zu viel verraten) häufen sich sehr, so dass ich auf der einen Seite zwar Mitleid mit ihm hatte, auf der anderen Seite mir aber mehr Kreativität oder Straffung gewünscht hätte. Zudem bleibt mir das Motiv der Täter zu schwammig. Es werden viele mögliche Faktoren angerissen, doch keiner wird so sehr vertieft, dass ich sagen konnte: "Jawoll, deshalb wurde die Tat begangen!" Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.
Zudem scheint in Kolumbien ein sehr höflicher Umgangston zu herrschen, denn ich habe bisher noch nie so oft Entschuldigungen gelesen wie in diesem Roman.

Der Stil von Angela Planert ist sehr gut und flüssig zu lesen. Sie versteht es durch ihre Erzählweise den Leser zu fesseln und ihn so sehr in die Zweifel hineinzuziehen, dass man sich am Ende nicht mal mehr selbst traut. Echt klasse.

Fazit: ein durchaus lesenswerter Roman. Wer sich an ein paar Wiederholungen nicht stört, kann beherzt zugreifen.


Ein großes Dankeschön an die Autorin Angela Planert für die Zurverfügungstellung des Buches.

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