Samstag, 26. Juli 2014

Morde im Namen des Herrn?

(Quelle: www.pendo.de)
Wüstenblut 
von Zoe Ferraris
 
Eine Leseprobe findet ihr hier

Ibrahim Zahrami ist Kommissar bei der Mordkommission Dschidda und wird zu einem mysteriösen Fund gerufen: in der Wüste hat man 19 Frauenleichen gefunden. Jeder Leiche fehlt eine Hand. Was hat das zu bedeuten? Und vor allem: warum hat niemand das Verschwinden der Frauen gemeldet? Während Zahrami sich noch über diesen Fall den Kopf zerbricht, geht es auch in seinem Privatleben drunter und drüber: Sabina, seine Geliebte, ist verschwunden. Doch er kann sie nicht als vermisst melden, denn Sabina ist noch verheiratet und darauf steht in dem arabischen Staat die Todesstrafe...

"Wüstenblut" ist bereits das 3. Werk von Zoe Ferraris, aber es war mein erster Krimi von ihr. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, auch wenn die Autorin sich sehr viel Zeit beim Erzählen lässt.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben, man begleitet aber immer wieder andere Personen. So bekommt man nicht nur einen Einblick in die arabische Polizeiarbeit, sondern auch in die strenggläubige Welt mit all ihren Vor- und Nachteilen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Ermittlungen sind sehr von religiösen Vorschriften geprägt, daher kommen sie nur schleppend voran. Das wirkte auf mich realitätsnah, auf der anderen Seite hätte ich mir ab und an weniger Details, dafür mehr Ermittlungserfolg gewünscht. Der Krimi ist durchaus spannend, aber beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass Ferraris unbedingt zeigen möchte, wie schwer religiöse Vorschriften die Ermittlerarbeit machen. Dies war mir zu viel des Guten.

Die Figuren fand ich sehr gut beschrieben und auch ihre Aktionen wirkten auf mich nachvollziehbar. Die Auflösung des Falls konnte ich ebenso folgen, auch wenn ich nicht so mitermittlen konnte, wie ich es von Krimis, die in den USA oder Deutschland spielen, kenne. Dennoch fand ich den Einblick in die arabische Polizeiarbeit tiefgründig und faszinierend.

Der Stil von Zoe Ferraris ist nach einer kurzen Eingewöhnung sehr gut und flüssig zu lesen. Durch die für mich ungewohnten Namen musste ich mich gerade zu Beginn sehr konzentrieren, damit ich nicht durcheinander geriet.

Fazit: ein toller Krimi in einer ungewohnten Umgebung. Trotz einiger Längen eine klare Leseempfehlung für alle Krimi-Fans.

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