2. Juli 2014

Ein Exorzist in Pension und ein Fall, den er gar nicht haben will

Felix Castor: Den Teufel im Blick
(Felix-Castor-Reihe Band 1)
von Mike Carey

Eine Leseprobe findet ihr hier

Felix Castor, seines Zeichens Exorzist, hat eben dieses Feld aufgegeben und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Denn nach einem missglückten Exorzismus wagt er sich nicht mehr an sein Spezialgebiet. Da erreicht ihn ein Anruf eines Archivars: in dem Archiv spukt es und es wurde sogar ein Mitarbeiter verletzt. Aufgrund chronischen Geldmangels nimmt Castor den Auftrag an und ahnt nicht, wie sehr ihm dieser unter die Haut gehen wird.

"Felix Castor: Den Teufel im Blick" ist das Debüt von Mike Carey und es konnte mich, bis auf einige Längen, überzeugen. Carey erschafft eine Welt, in denen Geister, Werwölfe und Zombies nichts besonderes mehr sind und dennoch so manches Mal den lebendigen Einwohnern von London auf den Geist gehen.

Die Geschichte wird von dem Exorzisten Felix Castor höchstselbst erzählt. Somit bleibt vieles, was seine Vergangenheit betrifft, erstmal im Dunkeln bleibt. Das fand ich als Einstieg nicht optimal, denn so blieben viele Fragen offen. Ich hatte teilweise das Gefühl, ich hätte einen Vorgänger des Buches nicht gelesen. Hier hätte ich mehr Offenheit besser gefunden.

Als Castor den Auftrag des Archivars übernimmt, fängt die Geschichte an sich zu ziehen. Der Exorzist berichtet sehr detailliert über seine Vorgehensweisen, beweist dort auch so manches Mal typisch britischen Humor, dennoch fand ich diesen Teil sehr langatmig. Da ich aber unbedingt wissen wollte, worauf sich die Hauptfigur eingelassen hatte, blieb ich dran.
Und wurde belohnt. Denn ab circa der Hälfte nimmt der Roman an Fahrt auf und zum Ende hin wird es richtig spannend, so dass ich die zweite Hälfte in einem Rutsch gelesen habe.

Mit seiner Vorgehensweise, seinem Umfeld und seinem Humor erinnert mich Felix Castor leicht an den Magier Harry Dresden von Jim Butcher. Allerdings kann Castor dem guten Dresden nicht das Wasser reichen.

Der Stil von Mike Carey ist gut und nach einer kleinen Eingewöhnung auch flüssig zu lesen. Er legt sehr viel Wert auf Details, bleibt aber bei anderen Szenen zu oberflächlich. Hier hätte ich mir eine ausgewogenere Mischung gewünscht. Allerdings hat mich gerade die zweite Hälfte des Buches so überzeugt, dass ich dem Autor durchaus nochmal eine Chance gebe.

Fazit: ein solides Debüt, das durchaus lesenswert ist. Wer mit ein paar Längen klar kommt, kann beherzt zugreifen.

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