Sonntag, 1. Juni 2014

Zunächst interessant, dann einfach nur noch langweilig

Bis wir uns wiedersehen
von Dinah Jefferies

Malaya kurz nach dem 2. Weltkrieg: Alec begibt sich mit seinen beiden Töchtern Emma und Fleur auf eine Reise nach England. Was zunächst normal erscheint, wird bald zur größten Tragödie der Familie, denn die Mutter der Mädchen weiß nichts über die Reise und erfährt auch nicht, wohin ihr Mann mit den Kindern verschwunden ist. Auch Emma wird im kalten und regnerischen England nicht froh und hofft immer wieder darauf, dass ihre Mutter bald kommt...

"Bis wir uns wiedersehen" klang für mich nach einem Roman voller Dramen, Intrigen und einer Familiensaga. Dies hat Dinah Jefferies zu Beginn auch gut hinbekommen, doch je weiter die Geschichte voran schritt, desto mehr flachte sie ab.

Der Roman wird abwechselnd von Emma aus der Ich-Perspektive und Lydia aus der Erzählersichtweise erzählt. Durch die Ich-Perspektive war mir Emmas Sichtweise von Beginn an näher und einleuchtender. Lydia blieb mir bis zum Ende hin fern und unnahbar. Am Anfang war ich durchaus gefangen von der Geschichte, wollte ich doch wissen, warum der Vater die Töchter mir nichts, dir nichts nach England mitnimmt und was seine Beweggründe waren. Im Laufe des Buches verliert die Autorin allerdings diese Hintergründe aus den Augen. Die Geschichte wird immer oberflächlicher und vieles, was interessant gewesen wäre, wird nur kurz gestreift. Das fand ich sehr schade, denn ich hätte gern mehr über die Zustände auf Malaya und über das Leben in England erfahren.

Zwar ist der Stil von Dinah Jefferies sehr gut zu lesen, jedoch bleibt sie die gesamte Geschichte über distanziert, ja fast uninteressiert. Ihre Figuren entwickeln sich kaum weiter und zum Ende hin spielt der Zufall eine viel zu große Rolle, als dass ich beim Lesen Spaß haben konnte.

Fazit: wer gern Romane mit wenig Tiefgang und viel Vorhersehbarkeit liest, kann hier beruhigt zugreifen. Alle anderen sollten weitersuchen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen