Sonntag, 1. Juni 2014

Wenn Täter zu Opfern werden

Die Angst der Bösen
von Kristina Dunker

Abschlussfahrt 10. Klasse: es wird gefeiert, getrunken und über die Stränge geschlagen. Nichts, was nicht jeder mal gemacht hätte. Doch dann zieht eine Clique los, besoffen und auf Krawall aus. Was dann passiert, sollte totgeschwiegen werden. Und doch kommt jemand dahinter und tötet den ersten von ihnen. Wer wird der nächste sein?

"Die Angst der Bösen" ist mein erstes Buch von Kristina Dunker und es hat mir gut gefallen. Sie hat sich für ihr Jugendbuch ein leider immer noch aktuelles Thema ausgesucht und setzt es gekonnt und bewusst schockierend in Szene.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet und man begleitet in jedem Kapitel ein anderes Mitglied der Clique. Dadurch bekommt man ein Gespür für die Gruppe, deren Mitglieder und auch, welche Dynamik unter ihnen herrscht. Kristina Dunker spart dabei nicht mit sozialen Klischees, allerdings wirken diese hier überzeugend und authentisch. Die Gewalt, die im gesamten Buch mehr oder minder vorherrscht, stellt die Autorin weder beschönigt noch abschwächend da. Sie beschreibt sie so, wie sie ist: brutal und grausam. Daher sollten Eltern, die ihren jugendlichen Kindern dieses Buch zum Lesen geben wollen, es vorher selbst lesen.

Der Stil von Kristina Dunker ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die Jugendlichen sind in meinen Augen leicht überzeichnet, aber dennoch realitätsnah.

Fazit: ein erschütterndes Jugendbuch, das wachrütteln soll. Auch wenn nicht alle Stränge zu Ende erzählt werden, kann ich das Buch empfehlen.

1 Kommentar:

  1. Gerade weil es sich hier um ein hochaktuelles Thema handelt, sollten viele dieses spannende Buch in die Hand nehmen. Auch wenn es zugegebenermaßen erschüttert, werden einige hoffentlich wach gerüttelt.

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