25. Juni 2014

Wenn der erste Satz dich schon zu Tränen rührt...

und in mir der unbesiegbare Sommer
von Ruta Sepetys

Litauen, Sommer 1941: Lina ist 15, als sie und ihre Familie von den Sowjets deportiert werden. Weder weiß sie, wohin es geht, noch kann sie verstehen, warum sie als Verbrecher beschimpft werden. Doch mit jedem zurückgelegten Kilometer in einem Viehwaggon begreift Lina, dass ihr Leben nie wieder so sein wird, wie es war.

"Ich war im Nachthemd, als man mich holte", so beginnt die Geschichte von Lina und allein bei diesem Satz standen mir schon die Tränen in den Augen. Denn diese wenigen Worte reichten aus, um mir begreiflich zu machen, dass das Debüt von Ruta Sepetys weder verklärt noch beschönigt, sondern seine Finger direkt in die Wunde der Deportationen legt.

Die Geschichte wird von Lina aus der Ich-Perspektive erzählt. Mit 15 Jahren kommt sie so manches Mal altklug und besserwisserisch rüber, aber unter all dem konnte ich den Schmerz, die Angst und die schwindende Hoffnung herauslesen. Auch wenn das Schicksal von Lina und ihrer Familie Fiktion ist, so hält sich die Autorin meines Wissens und Erachtens nach sehr stark an die damalige Realität. Bei vielen Szenen standen mir Tränen in den Augen, weil die 15-jährige Erzählerin mit ihrer ganz eigenen und fast schonungslosen Art von Toten, Hunger und Angst erzählt.

Der Stil von Ruta Sepetys ist sehr gut und flüssig zu lesen. Trotz des traurigen Themas entwickelt der Roman eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte. Und so habe ich fast eine Nacht lesend auf dem Sofa verbracht, weil ich unbedingt wissen wollte und hoffte, dass es das Schicksal mit Lina gut meint.

Fazit: ein mehr als bewegendes Buch, das ich nur jedem empfehlen kann!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen