Montag, 30. Juni 2014

Sehr gute Idee, spröde Hauptfigur

Gefährliche Täuschung
von Sabine Kornbichler

Eine Leseprobe findet ihr hier

Emma ist mit ihrem Mountainbike unterwegs, als sie auf einen verletzten Mountainbiker stößt. Als sie ihm helfen will, wird sie selbst zum Opfer. Der Täter betäubt sie und hält sie 5 Tage lang in einer Hütte gefangen. Sein Ziel: 100.000 EUR. Als Emmas Mann dieses Geld liefert, kommt Emma frei. Doch wie frei kann sie weiterleben, wo sie weiß, dass der Täter noch draußen herumläuft?

"Gefährliche Täuschung" war mein 2. Krimi von Sabine Kornbichler und konnte mich nicht vollends begeistern. Die Idee, dass Emma nach ihrer Entführung selbst den Täter sucht und sich auch noch gegen Beschuldigungen der Polizei wehren muss, fand ich sehr gut. Mit Emma als Figur konnte ich leider nicht warm werden.

Die Geschichte wird von Emma aus der Ich-Perspektive erzählt. Somit ist man hautnah dabei, als sie entführt, festgehalten und wieder freigelassen wird. Durch die sehr emotionalen Erzählweise konnte ich auch mit der Hauptfigur mitfühlen und ihre Ängste sehr gut nachvollziehen.
Doch je mehr sich Emma auf Tätersuche begibt, desto unsympathischer ist sie mir geworden. Sie ist sehr schnell dabei, Menschen zu beschuldigen; kämpft gegen alles an, was die Polizei sagt und widersetzt sich auch Anweisungen. Zwar konnte ich dies zu einem kleinen Teil nachvollziehen, doch mir fehlte die Einsicht Emmas, dass nicht alles, was sie denkt und tut, richtig und gut ist. Hier hätte der Hauptfigur mehr Selbstkritik gut getan.

Der Stil von Sabine Kornbichler ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist gefühlsbetont, aber nicht weinerlich oder kitschig, die Handlungen Emmas sind nachvollziehbar, wenn auch nicht immer verständlich.

Fazit: ein guter Krimi, bei dem ich nur mit der spröden Hauptfigur zu kämpfen hatte. Wer sich daran nicht stört, kann beherzt zugreifen.


Ein großes Dankeschön an den Piper-Verlag für die Zuverfügungstellung des Buches.

Kommentare:

  1. Und immer wieder diese Kriminalromane, bei denen es anscheinend immer einen Haken gibt. Die Grundidee klingt aber echt gut - nur wenn man bei einer Ich-Erzählung die Hauptfigur nicht mag, läuft irgendwas schief... So, genug von meinen Gedankengängen (interessieren dich bestimmt brennend ;D). Die Rezension ist gut geschrieben, man weiß alles, was man wissen muss plus deine Meinung. Mag ich :)

    Liebe Grüße und schöne (Lese-)Woche noch,
    Casey

    [sexbooksandheavymetal.com]

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  2. Hi Casey,

    vielen Dank für dein Kommentar. Und du darfst deine Gedankengänge gern ausführen :) Ich bin froh, wenn es jemand auch so sieht wie ich, dann fühle ich mich nicht so allein ;)

    Liebe Grüße
    Denise

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