1. Juni 2014

Mit Musik wird ein Kampf leichter

Ein Lied für meine Tochter
von Jodi Picoult

Zoe ist mit Max verheiratet und ihr größter Wunsch ist ein gemeinsames Kind. Doch sowohl Zoe als auch Max sind unfruchtbar und müssen somit auf die künstliche Befruchtung setzen. Dies wird Max bald zu viel und er verlangt die Scheidung. Zoe fällt in ein tiefes Loch und wird von dort durch Vanessa gerettet. Bald entdecken die beiden ihre Liebe zueinander und der Wunsch nach einem Kind wird wieder stärker. Wenn da nicht Max wäre...

"Ein Lied für meine Tochter" hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Jodi Picoult fässt, wie schon aus anderen Büchern von ihr gewohnt, ein heißes Eisen an und zeigt aus verschiedenen Perspektiven die unterschiedlichen Standpunkte ihrer Figuren.

Die Geschichte wird abwechselnd von Zoe, Max und Vanessa erzählt. Die drei zeigen aus der Ich-Perspektive, wie ihr Leben verläuft, welche Gedanken sie haben und wie stark der Kinderwunsch das Leben beherrschen kann. Zudem zeigt sich bei Max ein religiöser Eifer, der bald mit den Wünschen von seiner Ex-Frau Zoe kollidiert. Es hat mich stellenweise schon sehr erschrocken, wie engstirnig Gläubige sein können. Aber, und das darf man nicht außer Acht lassen, auch, wie intolerant Nicht-Gläubige sein können.

Jodi Picoult erzählt diese Geschichte sehr emotional, aber nicht zu kitschig oder schmalzig. Sie trifft genau die richtigen Töne, wird mal lauter, mal leiser und zeigt mit ihrem Buch, dass wir selbst im 21. Jahrhundert noch lang nicht so offen und tolerant sind, wie wir glauben.

Fazit: ein ergreifendes Buch, das mich sehr berührt hat. Eine klare Leseempfehlung.

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