Montag, 2. Juni 2014

Meine erste Loveletter Convention

...oder "Och, ist das familiär hier!"

Buchmessen sind für mich eher Neuland. Zwar war ich 2012 auf der Frankfurter Buchmesse, doch das Hauen und Stechen dort hat mir gereicht zu erkennen, dass so große Messen einfach nichts für mich sind. Zumindest dann nicht, wenn ich mich mit Tausenden anderer Buchliebhaber durch die Hallen schieben muss.

Die Loveletter Convention, auch kurz LLC genannt, ist da aber anders, wie ich mich von einer lieben Buchfreundin überzeugen ließ. Also hieß es: Tickets kaufen und artig warten bis zum 24. Mai 2014.

Früh am Morgen ging es dann, noch halb schlafend, in den Szenebezirk Berlins: Prenzlauer Berg. Der Veranstaltungsort war schnell gefunden. Muss wohl an den paar Menschen gelegen haben, die schon weit vor der Öffnung der LLC Schlange standen.
ja wir warten!

Doch hier zeigte sich schon die sehr gute Organisation des Veranstalters: es wurde weder gedrängelt noch geschubst, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LLC gingen durch die Schlange und griffen sich immer wieder Besucher heraus, die zu einer bestimmten Ticketcharge gehörten. So passierte es auch mir, dass ich lächelnd an der Schlange vorbeigehen konnte. Das war ein Spaß.

Bepackt mit einer mehr als prallgefüllten, violetten und sehr modischen LLC-Tasche, dem Programm, einem Lageplan und meinen Büchern (schließlich war ich unter anderem auf der Jagd nach Autogrammen) zog ich los. Mein erster Halt war der Workshop: von der Idee zum Exposé mit Kristina Günak und Stefanie Ross. Die beiden erzählten gut gelaunt und sehr witzig von den Tücken des Autorenalltags und wie weit der Weg von der Idee in der Schublade zum Verlag ist. Dabei schoben die zwei immer wieder eigenen Anekdoten ein. Es war einfach erfrischend, dass die Autorinnen sich nicht steif an irgendwelchen Vortragsblättern festgehalten haben, sondern einfach frei von der Leber weg erzählten.

Weiter ging es dann mit dem Roundtable: Thriller made in Germany. Dabei lernte ich die für mich neue Autorin Nina Bellem kennen und begegnete Sandra Henke alias Laura Wulff, Michelle Raven und Stefanie Ross.Auch diese Runde bestach durch ihre Lockerheit und Spontanität. Denn jede Dame erzählte, wie sie dazu kam, überhaupt Thriller zu schreiben. Und es wurde das Für und Wider von Endlos-Reihen diskutiert. Da waren sich die Autorinnen allerdings einig: keine Reihe verdient es totgeschrieben zu werden.
Nina Bellem, Sandra Henke alias Laura Wulf, Michelle Raven, Stefanie Ross (v.l.)


Widmung von Lara Adrian


Der Magen knurrte schon und meine nächste Wunschveranstaltung fand auch noch direkt in der Nähe des Buffets statt: Meet & Greet mit Larissa Ione, Tina Folsom und Lara Adrian. Ich hätte vor Freude beinahe gekreischt. Denn wann begegnet man schon mal seinen Lieblingsautorinnen?? Doch auch hier muss ich ein großes Kompliment an die anderen Besucherinnen, Autorinnen und den Veranstalter loswerden: obwohl alle 3 Autorinnen von ihren Fans eingekesselt waren, gab es kein Schubsen, kein Vordrängeln, kein Gemaule. Es wurden sich gegenseitig die Bücher gehalten, Fotos geschossen und geschwatzt. Das fand ich grandios. Auch Lara Adrian und Larissa Ione, die ich getroffen habe, hatten die Ruhe weg, obwohl sie belagert worden sind. Echt toll!
Widmung von Larissa Ione                                                                       
Larrisa Ione und ich, nachdem uns der Fotograf aufgefordert hatte, doch mal das Buch in die Kamera zu halten und freundlich zu lächeln.

Lara Adrian und meine Wenigkeit, nachdem sie mir mein Buch signiert hat. Im Hintergrund kann man Tina Folsom erkennen, die ebenfalls fleißig signiert hat.


Seit 9 Uhr war ich nun schon unentwegt unterwegs, sprang mal hier hin und mal dort hin, lauschte Autorinnen, unterhielt mich mit anderen Besuchern oder genoss einfach das sonnige Berliner Wetter. Ich inspizierte gerade meine LLC-Tasche, als mir ein blonder Haarschopf auffiel. Konnte das? Hier einfach so mitten drin? Das war doch nicht...und ob! Kristina Günak alias Kristina Steffan hatte es sich ebenfalls an der frischen Luft bequem gemacht und plauderte mit ein paar Leuten. Tja, wie spricht man nun so jemanden an, dessen Namen man eigentlich nur von Buchcovern kennt? Ich habe all meinen Mut zusammengenommen und bin einfach hingegangen. Das Gute vorweg: Kristina Günak beißt nicht ;) Sie hat sich Zeit für Fotos und ein Gespräch genommen, in dem es ums Bloggen und ums Schreiben allgemein ging. Danach war ich 10 cm größer.
Kristina Günak/Kristina Steffan und ich
Nach dem Treffen mit den Autorinnen ging es dann flux zur Verlagspräsentation von amazon publishing. Zugegeben, der Konzern gehört zu meinen Lieblingseinkaufsmöglichkeiten, aber der Vortrag war...nun ja...sagen wir ausbaufähig. Vor lauter ähms und uhms habe ich mich lieber auf die Präsentation konzentriert, die wirklich interessante Informationen bereit hielt.

Nun wurde es aber Zeit für die Mittagspause. Und da hieß es wieder: anstehen, brav sein und sich was Feines vom Buffet aussuchen. Die Köche waren dabei echt locker und auch der ein oder andere freche Spruch fiel. Es passte einfach perfekt zum gesamten Vormittag.

In den Nachmittag startete ich gemütlich mit einer Lesung. Gelesen wurde von Michelle Raven und Stefanie Ross (gute Güte, die Frau muss ich von mir schon verfolgt gefühlt haben *kicher*). Michelle gab zu Beginn direkt bekannt, dass sie nicht weiß, wie lang sie lesen kann, da sie von einem Husten geplagt wurde. Tapfer hielt sie aber 30 Minuten durch und machte mir somit Lust auf ihre Turt/le - Reihe.
Stefanie Ross hingegen gestand, dass sie zwar ohne Probleme vor einem Publikum frei sprechen kann, aber bei Lesungen immer wieder die Flatter bekommt. Doch auch ihre Auszüge aus ihrem neusten Buch machte Lust auf mehr und so wuchs meine mentale Wunschliste.

Michelle Raven und Stefanie Ross. Michelle erklärt gerade, an welcher Stelle sie in ihren Turt/le - Band einsteigen möchte.
Stefanie Ross bei der Erklärung, warum sie Lesungen eigentlich meidet wie der Teufel das Weihwasser. Im Vordergrund sieht man ihren ständigen Begleiter, der auf keiner Veranstaltung fehlen darf.









So wunderschön die Lesung war, so schnell ging sie auch vorbei. Also auf zur nächsten Ver-anstaltung Round Table: Verlagskontakte für Blogger. Hier konnte ich Verlagsmitarbeiter u.a. von Egmont, Knaur und Goldmann kennen lernen. Sie erzählten aus ihrem Arbeitsalltag, fragten nach Verbesserungswünschen und gaben einen Einblick in ihre Vorstellungen eines Buchblogs. Dazu herrschte eine Atmosphäre voller Humor, viel Lachen und auch Offenheit. Denn die Mitarbeiter mussten sich auch konstruktive Kritik anhören, die sie aber sehr gut aufnahmen.

Den restlichen Nachmittag verbrachte ich im Freien und genoss einfach die Stimmung und Atmosphäre. Noch nie habe ich so eine lockere, gut organisierte und zugleich familiäre Veranstaltung erlebt. Daher ein dickes Dankeschön an die Veranstalter der Loveletter Convention, die Autorinnen und an die ganzen Besucher, die meinen ersten Besuch bei der LLC zu einem wundervollen Erlebnis gemacht haben. Es wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

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