Montag, 2. Juni 2014

Mein Abend mit Fitzek...

...oder "Warum man immer Bonbons dabei haben sollte"

Bitte beachten: Die Lesung von Sebastian Fitzek war am 17.Oktober 2011, der Bericht ist also nicht mehr brandneu, auch wenn er dadurch nicht weniger lesenswert ist :)

Wie kann man eine Lesung vergessen??? Nun, Sebastian Fitzek konnte es und hatte somit erst kurzfristig bekannt gegeben, dass er nach Freiburg kommt um sein neues Buch "Der Augenjäger" vorzustellen. Warum er das aber nun ausgerechnet erst auf einem Samstagabend macht und am Montag dann schon die Lesung ist, wird sein ewiges Geheimnis bleiben...

Aufgeregt und hibbelig wie ich bin, wenn einer meiner Lieblingsautoren in die Stadt kommt, rief ich gleich am Montagmorgen in der Buchhandlung an und ließ mir ein Ticket reservieren. Jaaaaa, so kurzfristig Begleitung zu finden war ein Ding der Unmöglichkeit.

Als ich dann mein Ticket gebucht hatte und in "kleiner" Runde bekannt gab, dass ich zum Fitzek fahre, konnte ich mich vor Bücher- und Signierwünsche nicht mehr retten. Da diese Wünsche aber auch nur nach und nach eintrudelten, habe ich den Geldautomaten (schließlich muss man ja die zu signierenden Bücher auch noch frecherweise kaufen) so oft besucht wie schon lang nicht mehr.

Ich startete mit einem vollen Portmonnaie und 4 Signierwünschen (notiert auf einem Post-IT, ich werde alt *heul*) im Gepäck am Abend des 17.10.2011 zu meiner Mission "Überfall den Fitzek und zwing ihn zum Unterschreiben". 
In Freiburg eingetrudelt, holte ich direkt meine Karte am Eingang ab, bezahlte brav und kaufte sogleich 5 Bücher. Warum die Buchhändlerin selig lächelte, als sie die Rechnung schrieb, erschließt sich mir nicht so ganz. Ich machte es mir an einem kleinen Tisch gemütlich und wartete gespannt, was der Abend bringen mochte.
vor der Lesung 

Kurz nach 20 Uhr betrat ein Mann die Bühne. Kurzer Vergleich mit dem Autorenfoto...japp, das war der Fitzek. Charmant, witzig und sprudelnd wie ein Wasserfall erzählte er sofort los. Doch was war das? Zwischendrin musste er sich immer wieder räuspern, griff zum Wasser und fragte schließlich (ich vermute rein rhetorisch) nach einen Bonbon. Um so erstaunter war er, als ich aus dem Dunklen rief: "Soll ich ihn werfen?" Ein kurzer Blick zu mir und schon kam er mit dem Satz "Nee, nee ich hol ihn mir" auf mich zugelaufen. Ich reichte ihm einen Bonbon, er kämpfte mit der Verpackung ("Ist das sowas wie ein Intelligenztest?") und schließlich schob er sich das süße Teil in den Mund. Und es hat geholfen, denn seine Stimme funktionierte dann tadellos.

Sebastian las relativ wenig aus seinem Buch (und mein Gott, hat er eine tolle Lesestimme) und erzählte viel lieber von sich, seiner Familie und von seinem Schreiben. Dies alles machte er so herzlich und so witzig, dass ich ihm noch Stunden hätte zuhören können. Er erklärte, wie er zu dem T-Shirt "Irrenmagnet" kam (bei den Erlebnissen hätte ich es mir auch drucken lassen), wie er im Geburtskrankenhaus seiner ersten Tochter eine super Eindruck hinterlassen hat (er verschlief die Wehen seiner Frau und machte Fotos von der Geburt "jaa, erst pennen und wenns blutig wird, macht er Fotos, der Herr Thrillerautor") und dass er gern im Wintergarten schreibt.

Zum Ende hin zeigte Sebastian noch ein paar Ausschnitte aus seinem Film "The Child", welcher eine Verfilmung seines 3. Buches "Das Kind" ist. Und der Film wird richtig genial, so viel kann ich schon sagen. Er soll wohl zwischen März und September 2012 in die Kinos kommen.

Nach einer kleine Fragerunde verzog er sich in eine dunkle Ecke und harrte der Besucher, die ein Autogramm wollten. Meine Stunde hatte geschlagen. Ich stellte mich brav mit meinen 5 Büchern an und merkte, dass ich die Einzige war, die so viele Bücher unterschreiben lassen wollte. 
die zu signierenden Bücher

Dies fiel auch den anderen Besuchern auf und so wurde ich immer wieder gefragt, ob die ganzen Bücher für mich sind. Ich schüttelte immer wieder den Kopf, betonte meine soziale Ader und war alsbald dran. Da stand ich nun vor dem deutschen Meister des Thrillers und legte ihm die 5 Bücher auf den Tisch. Er schaute mich an, überlegte und fragte mich dann: "Sind Sie nicht die, die mir den Bonbon gegeben hat?" Ich guckte verdutzt und antwortete: "Ja, die bin ich. Und wer mir einen Bonbon klaut, dem biete ich frech das Du an." Da mussten wir beide grinsen und mir fiel erst kurz danach ein, wie frech das eigentlich von mir war. Er unterschrieb also fleißig die Bücher für meine Auftraggeber und als letztes unterschrieb er meins mit einer ganz besonderen Widmung. Da er schon im Verlauf des Abends sagte, dass man seine Schrift nicht lesen könne, las er mir diese sogar vor.
eine feine Widmung

Glücklich, beschwingt und voll bepackt machte ich mich auf dem Weg zum Auto. Und auch auf dem Weg wurde ich nochmal angesprochen, ob denn alle Bücher für mich wären. Hallo??? ich bin ja bücherbekloppt, aber mir Bücher doppelt kaufen, das wäre sogar zu bekloppt für mich. Aber ich sagte brav die Wahrheit, betonte wiederum meine soziale Ader und machte mich dann endgültig auf dem Weg zum Auto.

Meine Heimfahrt war dann geprägt von einem Gedankenstrudel von "wow, war das geil" bis hin zu "mein Gott, warst du wieder frech!". Aber genau diese große Klappe und meine Bonbons haben mir einen tollen Abend, eine super Widmung und eine schöne Erinnerung beschert.
Danke Sebastian Fitzek für diesen super Abend und die vielen tollen Lesestunden!

Kommentare:

  1. Das ist ja echt unglaublich, wir heißen nicht nur gleich, wir fahren auch beide auf den Fitzek ab :)
    Mit einem Schmunzeln hab ich deinen Bericht von der Lesung gelesen, ich bin da ganz ähnlich und auch nicht gerade auf den Mund gefallen. ;)

    Viele liebe Grüße
    Denise

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Denise :)

      vielleicht sollten wir uns mal zusammenschließen und gemeinsam eine Lesung besuchen. Dann kommt der Herr Fitzek ganz schön ins Schwitzen :D

      LG
      Denise

      Löschen