Sonntag, 1. Juni 2014

guter Thriller mit kleinen Schwächen

40 Stunden
von Kathrin Lange

Faris Iskander, aktuell suspendierter Ermittler bei der Berliner Polizei, erholt sich von einem schweren Unfall, als er einen ominösen Anruf und ein mysteriöses Video erhält. Kurze Zeit später fliegt eine vollbesetzte U-Bahn in die Luft und Faris ist wieder mittendrin. Der Anrufer hat es auf ihn abgesehen. Doch warum?

"40 Stunden" war mein erster Thriller von Kathrin Lange und es hat mir trotz einiger Schwächen sehr gut gefallen. Die Autorin verwebt das immer wieder aktuelle Thema Glaube mit einer actiongeladenen Geschichte.

Man ermittelt mit Faris Iskander aus der Erzählerperspektive. So bekommt man einen Einblick in seine Arbeit, aber auch in seine Vergangenheit. Zudem widmen sich Teile der Kapitel auch dem Täter und lassen dem Leser Raum, die Hintergründe zu erkunden. Das hat mir sehr gut gefallen.

Als geübte Thriller-Leserin war ich an manchen Stellen schneller als die Ermittler, wenn es um das Erkennen von Zusammenhängen ging. Ob dies nun Absicht der Autorin ist oder doch an ihren sehr offensichtlichen Tipps liegt, vermag ich nicht zu sagen. Ihre Figuren agieren glaubwürdig, jedoch werden sie, und da musste ich ab dem 5. Mal schon lachen, ständig unterbrochen, weil jemand in den Raum kommt, anruft oder schreit. Dieses Stilmittel hätte sparsamer eingesetzt werden sollen.

Der Stil von Kathrin Lange ist sehr gut und flüssig zu lesen. Sie schafft es im Verlauf der Geschichte immer mehr Tempo aufzubauen und so den Leser bei Laune zu halten.

Fazit: ein gutes Werk, das auch mit den genannten Schwächen Spaß macht. Eine klare Leseempfehlung.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen