14. Juni 2014

Es lässt mich zwiegespalten zurück


Lebendig
von Jack Ketchum

Eine Leseprobe findet ihr hier

Sara wird auf dem Weg zu einer Abtreibungsklinik entführt. Ihre Entführer sperren sie in einen Keller, foltern und quälen sie. Was sie wollen, sagen sie nicht. Was sie verfolgen, sagen sie nicht. Nur eine Info hat Sara: spurt sie nicht, ist nicht nur ihr Leben in Gefahr.

"Lebendig" war mein erstes Buch von Jack Ketchum und es lässt mich zwiegespalten zurück. Jedoch nicht, wie man vermuten könnte, wegen der Brutalität, sondern wegen der Oberflächlichkeit der Hauptgeschichte. Die beiden Kurzgeschichten, die als Bonusmaterial bezeichnet werden, haben mir hingegen sehr gut gefallen.

In der Hauptgeschichte konzentriert sich Jack Ketchum ganz auf das Martyrium von Sara. Die Hintergründe, warum sie entführt und gequält wird, bleiben schwammig und bis auf eine konkrete Aussage auch im Dunkeln. Diese Aussage steht aber im krassen Gegensatz zur Behandlung Saras, was mich wiederum stutzig werden ließ,
Dass der Autor gar nicht auf die Suche nach Sara eingangen ist, hat mir hingegen sehr gut gefallen. Ich fand diese Herangehensweise außergewöhnlich und interessant zu lesen.
Zwiegespalten bin ich, da Ketchum nach einer sehr guten Einleitung für mich einfach zu schnell über die Monate der Gefangenschaft hinweg geht. Während er zu Beginn die Qualen noch detailliert, ja fast minutiös beschreibt, werden die folgenden Wochen und Monate im Zeitraffer abgetan. Das war mir, aufgrund einer fehlenden anderen Perspektive, zu wenig.

Die beiden Kurzgeschichten, die auf die Hauptgeschichte folgen, zeigen eher das Potenzial, welches ich von Ketchum erwartet hatte. Obwohl die beiden Geschichten nicht viele Seiten einnehmen, haben sie mich sofort gefangen genommen und festgehalten.

Fazit: vielleicht habe ich für meinen ersten Versuch mit Ketchum nicht gerade ein Meisterwerk von ihm gewählt. Daher kann ich hier auch nur eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen.

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