1. Juni 2014

eine düstere Geschichte in zu einfachen Worten

Die große Wildnis Band 1
von Piers Torday

Kester lebt in einer Anstalt für verhaltensauffällige Kinder, denn er spricht nicht, egal wie sehr er sich anstrengt. In der Welt gibt es keine Tiere mehr und dadurch auch keine Pflanzen und keine Nahrung. Eine große Firma hat einen Ersatz erschaffen und damit unvorstellbare Macht errungen. Kester interessiert das alles kaum, denn er hat Freundschaft mit einer Kakerlake geschlossen. Dass diese mal auf seine Gedanken antwortet, damit hat er selbst nicht gerechnet. Und das verändert alles, was er kennt...

"Die große Wildnis" ist das Debüt von Piers Torday und es ist ihm durchaus gelungen. Allerdings hat es in meinen Augen ein Manko: die sehr einfache Sprache.

Die Geschichte wird ab einem Alter von 10 Jahren empfohlen. Das empfinde ich als zu früh. Die Geschichte von Kester, die er aus der Ich-Perspektive erzählt, ist nicht gerade fröhlich und heiter. Im Gegenteil: eine Welt ohne Tiere ist düster und gefährlich. Zudem wird die Hauptfigur schon früh mit Tod, Drohungen und Verletzungen konfrontiert. Das alles ist zwar sehr gut verpackt, aber eben auch deutlich, so dass ich mir vorstellen kann, dass sich Kinder dabei gruseln.

Das Abenteuer, das Kester und dann auch Polly erleben, ist durchaus spannend und ich habe mit den beiden mitgefiebert. Allerdings ist die Sprache sehr einfach, die Worte kindlich und die Beschreibungen direkt und ohne Tiefe. Mir ist bewusst, dass Kester erst 12 ist, aber eine so einfache Sprache passt einfach nicht. Hier hätte der Autor sich ruhig mehr trauen dürfen.

Der Erzählstil von Torday ist gut und flüssig zu lesen. Er kann die Ängste der Tiere und seiner Hauptfigur sehr gut transportieren. So konnte ich sehr gut mit den Figuren mitfiebern.

Fazit: ein gutes Debüt, aber ich hoffe, dass der zweite Teil sprachlich mehr hermacht. Allerdings ist das Buch dennoch zu empfehlen.

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