Sonntag, 1. Juni 2014

Die Liebe zwischen Hell und Dunkel

Eistochter
von Dawn Rae Miller

Lark ist das, was man eine Musterschülerin nennt. Aber das muss sie auch sein, schließlich ist sie die Tochter des Staatsoberhauptes und eine Nachfahrin der Gründer. Ebenso wie Beck. Und da verwundert es auch nicht, dass die beiden einander versprochen sind. Doch was ist das Versprechen wert, wenn herauskommt, dass Beck ein "Empfindsamer" und somit ein Geächteter ist?

"Eistochter" war mein erstes Buch von Dawn Rae Miller und es hat mir gut gefallen. Die Autorin verwebt Dystopie und Fantasy zu einer schönen Geschichte, die nur ab und an Schwächen aufweist.

Die Geschichte wird von Lark aus der Ich-Perspektive erzählt. Während sie zu Beginn sehr regelkonform und -gläubig ist, verändert sich ihr Denken mit dem Fortschreiten der Geschichte. Ihre dadurch ausgelöste Zerrissenheit, Mutlosigkeit und die Veränderung zum Dunklen hin werden durch die schonungslose Offenbarung ihrer Gefühle richtig erlebbar. Ich habe mit Lark gebangt, gehofft und gekämpft. Und ich habe gerade zum Ende hin die ein oder andere Träne verdrückt.

Die Geschichte selbst ist ein Auf und Ab an Spannung und Enthüllungen. Mal passiert eine Weile nicht wirklich viel und dann passiert sehr viel Schlag auf Schlag. Hier hätte ich eine feinere Dosierung besser gefunden. Und obwohl so manches enthüllt wird, bleiben wichtige Fragen offen. Ich hoffe, dass diese im Folgeband geklärt werden.

Der Stil von Dawn Rae Miller ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die Erzählweise ist für eine 17-Jährige fast zu beherrscht, nur um dann wieder in brodelndes Temperament umzuschlagen. Auch hier wäre eine feinere Dosierung sinnvoller gewesen.

Fazit: ein guter Auftakt, der trotz der Schwächen Lust auf mehr macht. Wer über die Schwächen hinwegsehen kann, kann bedenkenlos zugreifen.

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