Sonntag, 1. Juni 2014

Die Fassade täuscht

Die Sünden meiner Väter
von Liz Nugent

Oliver Ryan ist ein erfolgreicher Kinderbuchautor. Zudem ist er mit Alice, der Illustratorin seiner Bücher, verheiratet. Alles sieht nach dem perfekten Leben aus, bis eines abends der berühmte Autor seine Frau ins Koma prügelt...

"Die Sünden meiner Väter" ist das Debüt von Liz Nugent und hat mich sehr begeistert. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und Seite um Seite stieg mein Verständnis, warum das Buch so viele gute Kritiken bekommt.

Die Geschichte wird nicht nur von einer, sondern gleich von mehreren Personen erzählt. Die Autorin lässt alle wichtigen Figuren, darunter selbst den Täter Oliver, zu Wort kommen. Und diese Figuren berichten aus ihrer ganz eigenen Sicht, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Dabei hat jedes Kapitel seinen eigenen Charme, schafft es doch Liz Nugent, jeder Figur ihre eigene Sprache und Ausdrucksweise zu geben. Und so entdeckt man nach und nach was hinter der Fassade des Autors steckt.

Diese Erzählweise und auch das Können von Nugent, ihren Lesern einen Schläger näher zu bringen, haben mich vollends in den Bann gezogen. Ich fand Oliver herrlich unsympathisch, konnte ihn aus tiefstem Herzen verachten und gleichzeitig konnte ich seine Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Die Figuren sind nicht nur gut oder böse, sie haben Licht und Schatten wie wir alle. Das hat ich sehr fasziniert.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Sie haucht jeder Person, die einen Teil der Geschichte erzählen darf, Leben ein und erschafft ein unverwechselbares Leseerlebnis.

Fazit: ein grandioses Debüt, das ich nicht aus der Hand legen konnte. Eine klare Leseempfehlung.

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