Samstag, 28. Juni 2014

Der Lebensspender als todbringende Waffe

H2O - Das Sterben beginnt
von Ivo Pala

Eine Leseprobe findet ihr hier

6 Menschen sterben an einer radioaktiven Vergiftung. Ihre Gemeinsamkeit? Auf den ersten Blick keine. Bis die Erkenntnis das Team der Terrorabwehr wie erstarrt zurücklässt: alle Opfer kamen mit Leitungswasser in Berührung. Und tatsächlich wird wenig später das vergiftete Trinkwasserreservoir gefunden. Doch damit nimmt der Terror erst seinen Anfang und Julian Berg, Leiter des Teams und Dr. Alexander Kehlhausen, Experte für Strahlenschutz müssen sehr weit gehen, um den Terror aufzuhalten. Schaffen sie es?

"H2O - Das Sterben beginnt" ist mein erster Thriller von Ivo Pala und hat mir sehr gut gefallen. Der Autor inszeniert eine Horrorvorstellung schlechthin: ein Terroranschlag auf eine der grundlegendste Versorgung der Menschen.

Die Geschichte wird temporeich aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei begleitet man sowohl die Einsätze innerhalb Deutschlands, als auch die Meetings in der Einsatzzentrale und die Besprechungen im Bundeskanzleramt. Unterschwellig ist immer die Angst und die Gefahr zu spüren. Die Handlungen der einzelnen Personen, allen voran Julian Berg, wirken für die Story schlüssig und nachvollziehbar, sind aber in meinen Augen weit von der Realität entfernt. So gibt es viele Grenzüberschreitung, die zwar für mich persönlich überzeugend sind, aber so in der Wirklichkeit kaum vorkommen werden. Dennoch tat dies meinem Lesespaß keinen Abbruch.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: die Geschichte konzentriert sich voll und ganz auf die Einsätze der Terrorabwehr. So ist man zwar auf der professionellen Seite dabei, allerdings hätte ich mir auch einen Einblick in eine normale Familie gewünscht. Denn die Angst der Bevölkerung kommt durch nüchternen Berichte der Kämpfer nicht so gut wie von mir erhofft rüber.

Der Stil von Ivo Pala ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist rasant und er konzentriert sich nur auf die Details, die für den Thriller relevant sind. Dabei arbeitet er gern mit Cliffhangern am Kapitelende. Mir hat dieser Stil beim Lesen sehr viel Spaß gebracht.

Fazit: ein lesenswerter Thriller, der zeigt, wie angreifbar wir sind. Eine klare Empfehlung an alle Thriller-Fans, die sich eine schlüssige, wenn auch nicht realitätsnahe, Story wünschen.


Ein großes Dankeschön an den Blanvalet-Verlag für die Zuverfügungstellung des Buches.

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