Sonntag, 1. Juni 2014

Auf in eine neue Welt

Godspeed- Die Reise beginnt
von Beth Revis

Amy und ihre Eltern werden für ein Projekt ausgewählt: sie sollen 300 Jahre eingefroren werden, damit sie in einem Raumschiff zu einem neuen Planeten reisen können. Amy ist dabei nicht wohl, doch sie lässt sich aus Liebe zu ihren Eltern einfrieren. Hunderte Jahre später wird Junior zum neuen Regenten auf der Godspeed ausgebildet. Und Amy wird aufgetaut. Doch es ist noch gar nicht Zeit für sie. Und sie ist nicht die Einzige, die ihren eisigen Sarg zwangsweise verlassen muss. Wer steckt dahinter?

"Godspeed - Die Reise beginnt" ist das Debüt von Beth Revis und es hat mich beeindruckt. In einem sehr beengten Raum schafft sie es, eine Gesellschaft zu erschaffen, die mich erschrocken aber auch staunen lassen hat.

Die Geschichte wird abwechselnd von Amy und Junior aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei merkt man sehr schnell, dass hier zwei Welten aufeinanderprallen: auf der einen Seite ein Mädchen, das das Raumschiff und deren Bewohner nicht kennt und versteht, auf der anderen Seite ein Junge, der bald das Regiment übernehmen und lernen soll. Diese Mischung ist hochexplosiv und brachte so von der ersten Seite an Spannung rein.

Zudem erzählen beide ihre Sichtweisen so überzeugend und mit so viel Kraft, dass ich beiden immer wieder zugestimmt habe, obwohl sie das Gegenteil des anderen wollten. Toll fand ich auch, dass die sich langsam entwickelnde Beziehung zwischen den Beiden zu Gunsten der gesamten Geschehnisse im Hintergrund blieb. Die Ziele von Amy und Junior sind nicht von ihrer Schwärmerei beeinflusst. Das hat mich positiv überrascht, da dieses Motiv doch sehr häufig in solchen Büchern verwendet wird.

Das Ende ist sehr offen und zeigt deutlich, dass hier noch mehr nachkommen wird. Auch lässt Beth Revis genügend Fragen für den 2. Teil offen.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die Erzählstile, die sie für Amy und Junior verwendet, wirken authentisch und unterscheiden sich, so dass ich zu keinem Zeitpunkt durcheinander kam.

Fazit: ein sehr gutes Debüt, das mal was anderes im Segment Jugendbuch ist. Wer Jugendbücher mag, wird "Godspeed" lieben.

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