Sonntag, 1. Juni 2014

Atmen ist ein Recht, kein Privileg

Breathe - Gefangen unter Glas
von Sarah Crossan

Bea, Quinn und Alina leben unter der Kuppel. Dort können sie atmen und sich bewegen. Doch sie haben nicht das gleiche Recht zu atmen. Während Quinn zu den Premiums gehört und so viel Sauerstoff verbrauche kann, wie er will, muss Bea sich ihre Luft einteilen. Dennoch sind die beiden beste Freunde. Alina hingegen will das Ganze nicht mehr mitmachen und rebelliert. Das Schicksal führt die 3 zusammen und schickt sie auf eine Reise, auf der es nur ein Ziel gibt: überleben!

"Breathe - Gefangen unter Glas" ist das Debüt von Sarah Crossan und es hat mich beeindruckt. Sie verflechtet typisch jugendliches Verhalten mit einer für mich grauenvollen Dystopie und das so geschickt, dass ich das Buch innerhalb weniger Stunden gelesen habe.

Die Geschichte wird von den 3 Jugendlichen abwechselnd aus der Ich-Perspektive erzählt. Zu Beginn lernt man Bea, Quinn und Alina kennen und merkt schnell, dass die drei unterschiedlicher nicht sein könnten. Während sich Bea nach Quinn verzehrt, hat der nur Augen für Alina, die wiederum nur den Widerstand im Kopf hat. Ja, das Ganze ist erstmal eine typische "ich liebe ihn, er erkennt es aber nicht" - Geschichte, doch dabei sind die Charaktere so herzerfrischend offen und realitätsnah, dass mir das nicht viel ausgemacht hat.

Je mehr die Geschichte voranschreitet, desto mehr verändern sich auch die Jugendlichen. Sie überdenken ihre Ideale, ihre Vorstellungen und merken, dass es mehr im Leben gibt als nur sich selbst. Das hat mich beeindruckt, denn der Wandel kommt nicht mit dem Holzhammer, sondern leise und schrittweise.

Das Ende ist Sarah Crossan großartig gelungen und es macht sehr viel Lust auf Band 2.

Das Buch wird für Jugendliche ab 13 Jahren empfohlen. Ich persönlich finde das ein wenig früh und würde den Roman eher ab 15 Jahren empfehlen.

Der Stil der Autorin ist gut und flüssig zu lesen. Die Erzählungen der 3 Charaktere wirken glaubhaft jugendlich ohne aufgesetzt oder gestelzt zu wirken. Zudem sind Alina, Bea und Quinn zu sich selbst offen und ehrlich, was mich als Leserin in den Bann gezogen hat.

Fazit: ein sehr gelungenes Debüt, welches eine düstere Zukunftsvision erschafft. Eine klare Leseempfehlung.

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